Veranstaltung des Lupinen-Netzwerkes gestern an vier Orten

Eine Pflanze mit großer Zukunft

+
Die Lupine im Visier von Landesbediensteten und Landwirten gestern zwischen Ritzleben und Mechau: Laura Kulow (2.v.r.) vom Biohof Ritzleben erläuterte auf einem Versuchsfeld die Sorten – der Hof ist Mitglied im Lupinen-Netzwerk.

gü Ritzleben. Es donnerte und blitzte – , als gestern Mitarbeiter der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau gemeinsam mit Landwirten auf einem Lupinenfeld des Biohofes Niemann in Ritzleben über den Anbau der Hülsenfrucht sprachen.

Gegenstand der Informationsreise, die auch nach Beetzendorf (Gut Apenburg), Arendsee (Landwirtschaftsgesellschaft Arendsee) und zu Torsten Werner in Wasmerslage führte, war das LupinenNetzwerk – wobei in Wasmerslage die Erbse ein Thema war. Das Projekt Lupinen-Netzwerk ist Teil der Eiweiß-Pflanzenstrategie des Bundes. „Ziel des bundesweiten Netzwerkes ist die Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verarbeitung von Lupinen für Tier und Humanernährung“, so Gerd Schrage vom Landesamt. Ziel sei es, sich von Importen von Eiweiß-Futtermitteln nicht unbedingt zu befreien, aber die Einfuhren zu reduzieren. „Wir wissen, dass es gerade in Brasilien auch Probleme mit der Umwelt gibt, Umweltstandards so gut wie keine Anwendung finden“, erklärte Laura Kulow, die mit ihrem Vater Carsten Niemann, den Biohof in Ritzleben bewirtschaftet.

Die junge Landwirtin unterstützt die Idee, noch mehr Lebensmittel aus der Lupine zu erzeugen. Da gehe es auch um vegane Ernährung, Joghurt, Drinks und Mehl. Natürlich unterstütze sie als Biolandwirtin dabei den Gedanken eines genfreien Anbaus. Das Versuchsfeld an der Straße nach Mechau zeigte den Fachleuten gestern, wie sich die verschiedenen Sorten, Saatstärken und die Behandlung mit und ohne Bakterien auswirken. „Diese Behandlung steht in keinem Widerspruch zum Öko-Anbau, sondern bewirkt eine verstärkte Aufnahme von Stickstoff aus der Luft“, so Laura Kulow auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Das Ritzlebener Unternehmen gehört auch wie die anderen besuchten Betriebe gestern zu den Leuchtturmbetrieben. Dort würden aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis umgesetzt und Daten zur Wirtschaftlichkeit der Lupine erfasst.

In Ritzleben werden rund 40 Hektar Lupinen angebaut. Als Vorfrucht für die Kartoffeln im Jahr danach. „Diese Kartoffeln sind wirtschaftlich, Lupine weniger. Wir unterstützen aber dennoch dieses Projekt, weil es gut ist“, so Laura Kulow. Es gehe um eine Investition in die Zukunft. „Unabhängigkeit von Importen und eine gesunde Futter- und Lebensmittelherstellung“, fasste die Landwirtin zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare