In der Fischerei Zießau wachsen diverse, noch seltene Exemplare heran

Eine kleine Chance für die Große Maräne

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Trennten gestern Vormittag Rogner von Milchnern: Die Bewirtschaftung des Sees mit der kleinen Maräne hat in der Fischerei Zießau Vorrang. Dennoch könnten sich in Zukunft auch noch mehr Exemplare der Großen Maräne im See tummeln.

Arendsee / Zießau. Der Arendsee ist nicht nur ein See für Segler und Badegäste, sondern in erster Linie auch ein Wirtschaftsgewässer. So sieht man es in der Fischerei Zießau. Hauptaufgabe ist dabei die Hege und Pflege sowie das Fischen und Verwerten der Kleinen Maräne.

Die wird derzeit traditionsgemäß in den Zugergläsern millionenfach produziert, aus Rogen der Weibchen und dem Samen der Männchen, dem Milchner.

In einem der Zugergläser sind aber deutlich weniger Eizellen zu sehen. „Hierin befindet sich die Brut der Großen Maräne“, verrät Fischer Wilfried Kagel.

Soll auch sie nun deutlich an Bedeutung gewinnen?, wollte die Altmark-Zeitung wissen. Keineswegs, so die Antwort des Fischers. Aber man werde in kleinen Schritten die Große Maräne wieder im See etablieren. Aber es ist ein zaghaftes Unterfangen. Denn die Brut im Zugerglas stammt von zwei Weibchen und zwei Männchen, die dem Fischer in ein besonderes Netz gegangen sind. Denn mit der kleinen Maräne werden die großen Exemplare nicht aus dem See gefischt. Andere Technik sei notwendig, andere Stellnetze würden gebraucht.

Es sei aber auf keinen Fall neu, dass es auch die Große Maräne im See gibt. Es gab bereits in den 1930-er Jahren Bestrebungen, diese im See anzusiedeln. Doch das Vorhaben wurde dann nicht weiter verfolgt. Schon damals war die Kleine Maräne der Hauptfisch, der vor gut 150 Jahren im See ausgesetzt wurde. „Einige Zeit war man in Magdeburg der Meinung, die Große Maräne sei nicht typisch für den Arendsee“, erklärte Kagel. Doch was sei schon typisch in einem See, der als Einbruchsee noch relativ jung sei. Auch wenn es die Kleine Maräne schon so lange gibt – typisch war sie nie richtig.

Fischer Kagel muss das Gespräch unterbrechen. Ein Ehepaar braucht einen Karpfen. Natürlich nicht aus dem See, sondern nur als Angebot für das Fest schwimmen diverse Exemplare im Becken des Bruthauses. „Die Fische sind frischer als das Personal“, meint Fischer-Sohn Thomas Kagel und lacht.

Übrigens: Wieviel Maränen-Kinder aus dem Bruthaus überleben, wenn sie in den See ausgesetzt werden, wollte die AZ wissen. „Dazu können wir nichts sagen. Da gelten die Gesetze der Natur, die Großen fressen die Kleinen“, meinte Thomas Kagel. Vater Wilfried schaut kurz hoch, richtet die Brille und meint: „Wie im richtigen Leben auch.“

Von Harry Güssefeld

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