Festempfang im Kinder- und Jugenderholungslager (KiEZ) Arendsee / Betreiberverein feiert Jubiläum

Eine 20-jährige Erfolgsgeschichte

Klaus Drescher ist Mitglied des „Interessengruppe in alter Freundschaft“. Einer Gruppe, die schon zu DDR-Zeiten in das Geschehen um das ehemalige Pionierlager involviert war.
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Klaus Drescher ist Mitglied des „Interessengruppe in alter Freundschaft“. Einer Gruppe, die schon zu DDR-Zeiten in das Geschehen um das ehemalige Pionierlager involviert war. Mit insgesamt 35 Mitstreitern kommen sie jedes Jahr ins KiEZ.

Arendsee. Lobeshymnen gab es gestern für den Betreiberverein des KiEZ Arendsee. Dem Kindererholungszentrum, nach der Wende aus dem damaligen Zentralen Pionierlager des Schwermaschinenbaukombinates Karl Liebknecht in Magdeburg hervorging.

Den Arendseern um Irmela Spöttle, der heutigen Geschäftsführerin des KiEZ sei es zu verdanken, so sagte es gestern der Vorsitzende des Betreibervereins Hans-Jürgen Ostermann, dass es nicht unter die Räder der Abwicklungswut der Treuhand geriet.

Am 10. November 1992 gründete sich der KiEZ-Verein, der das Gelände 1994 pachten und 1998 erwerben konnte – für insgesamt 850 000 DM. „Das war viel Geld für einen Verein, der arm war“, so Ostermann. Es war die Volksbank Lüchow, die die 850 000 DM als Kredit gab – 1998 war dieser abbezahlt.

Unbestritten war gestern für zahlreiche weitere Redner, unter ihnen Landrat Michael Ziche und die Landtagsabgeordneten Hans-Jörg Krause (Linke) und Jürgen Barth (SPD), dass das KiEZ mit derzeit rund 50 000 Übernachtungen im Jahr eine wirtschaftliche Größe darstellt.

Das ehemalige Ferienlager zu erhalten und es in die Marktwirtschaft zu führen, das sei ihr und ihrem Team hervorragend gelungen, unterstrich Irmela Spöttle. Sie erinnerte an die Mitstreiter der ersten Stunde, unter ihnen Otto Friedrich Goyer und Hans-Ulrich Kirchner, die maßgeblichen Anteil an der Erfolgsgeschichte hatten. Immer wieder gab es gestern Beifall für die Mitarbeiter, 32 an der Zahl zuzüglich fünf Azubis.

Zu den Rednern gehörte auch der ehemalige FDJ-Sekretär des SKL Magdeburg, Klaus Drescher, der die Geschichte des einstigen Pionierlagers wie aus seiner Westentasche kennt und als Angehöriger der „Interessengruppe in alter Freundschaft“ noch heute die Verbindungen ins KiEZ hält. 1952 habe er damals als Kind erstmals Arendsee besucht und seitdem die Liebe zu der Stadt entdeckt. 35 Mitstreiter gehören der Gruppe von Senioren heute an, und Heidi Voigt überreichte Irmela Spöttle ein Modell des ehemaligen „Mau-Mau“, wie es in der Bevölkerung hieß, mit einem original Lageplan von damals. „Ich appelliere an sie, Politiker in der ersten Reihe, alles zu tun, dass diese Einrichtung alle Unterstützung bekommt“, so Drescher in Richtung VIP-Reihe, in der auch Arendsees Bürgermeister Norman Klebe saß. Klebe zeigte sich „stolz von der Einrichtung, die Arendsee so bekannt macht“.

Beim Rundgang über das Gelände wurde insbesondere das neue Aktivhaus unter die Lupe genommen. Beeindruckend die Bowlingbahn, die, wie Irmela Spöttle erklärte, für jedermann offen sei. Das Haus sei gerade fertig geworden und habe rund 800 000 Euro gekostet. Weiter ging es zum Niedrigseilgarten, auf dem sich Ziche und Barth versuchten und gar keine schlechte Figur machten. Klebe verwies auf die jüngste Auszeichnung des Sees als „Lieblingssee aller Deutschen“. „Auch sie können damit werben und ich bin sicher, dass sich noch mehr Urlauber entschließen werden, den See kennenzulernen“, brachte Klebe die Hoffnung auf noch mehr Übernachtungen zum Ausdruck.

Die Arendseer Einrichtung gilt aber derzeit bereits als größter Bettenanbieter der Altmark. Insgesamt stehen 550 Betten, davon 300 ganzjährig, zur Verfügung. Modernisiert wurden auch die Bungalows, die vor allem bei Familien und Gruppen beliebt sind.

Von Harry Güssefeld

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