Eidechse beim Sonnenbad

Im einstigen Todesstreifen fühlen sich seltene Tiere sicher

+
Ine Pentz und Jürgen Starck von Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) informierten gestern am Grünen Band bei Nienwalde/Bömenzien. Der Lückenschluss auf der drei Hektar großen Fläche läuft derzeit.

Bömenzien. Es gibt sie noch, die ungefährlichen Reste einstiger Minen im Todesstreifen zwischen Ost und West. Dass diese Linie auf einer Länge von 1300 Metern zu einem durchgehenden Biotop werden soll, dafür macht sich der BUND stark.

Hauptaugenmerk gilt dem Lückenschluss. Von rund 26 solcher Lücken sprach gestern Ine Pentz, Projektkoordinatorin beim BUND. Und von den ständigen Bemühungen, dafür auch Privatbesitzer zu überzeugen. Aber: Der Wald holt sich teilweise ganze Bereiche wieder. Doch das, so Ine Pentz und Jürgen Starck, der die Koordinatorin begleitete, ist nicht gewollt. „Da, wo nur Wald ist, haben die Pflanzen und Tiere, die wir gern hätten, keine Chance“, so die beiden Naturschützer. Deshalb muss ausgedünnt werden. Auf den freien Flächen entstehen Totholz- und Lesesteinhaufen, aber auch kleine Teiche. Die, wenn sie Wasser führen, von der Kreuzkröte gern angenommen werden. Während Jürgen Starck von der Kreuzkröte erzählt, und vom eisenfarbenen Samtfalter schwärmt, huscht eine Zauneidechse über den trockenen Boden. Ein Weibchen, Männchen seien hübscher, weiß der Naturfreund, der auch Führungen an der ehemaligen Grenze anbietet. Am Freitag, 19. Juni, ist es wieder soweit. Ab 19 Uhr startet eine Exkursion an der ehemaligen Grenzkaserne in Ziemendorf. 

Der Wechsel zwischen Lichtwald und offenen Bereichen ist das große Ziel. Aber einmal erreicht, müssen die Flächen gepflegt werden. Jürgen Starck riss gestern kleine Kiefern auf den freien Flächen aus. Unzählige samen sich immer wieder an.

Es geht den Umweltschützern sicherlich in erster Linie um Fauna und Flora. Doch die Bemühungen, entlang der ehemaligen Staatsgrenze ein Biotop werden zu lassen, lässt auch die Erinnerungen wach bleiben. Vor allem bei denen, die die Zeit der Trennung beider deutscher Staaten miterlebt haben. Doch all das ist ohne Förderung nicht machbar. Das Projekt Lückenschluss wird vom Bundeministerium für Umwelt, Bau, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt, fachlich begleitet vom Bundesamt für Naturschutz.

Wer die Fachleute, die sich genau mit der Region des Grünen Bandes in der nördlichen Altmark auskennen, kontaktieren möchte: Der BUND ist unter Tel. (03 901) 3 939 758 und Jürgen Starck unter Tel. (039 036) 96 432 erreichbar.

Von Harry Güssefeld

Mehr Lokalnachrichten im E-Paper und in der Printausgabe der Salzwedeler Altmark-Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare