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„Arendsee verpulvert unser Geld“

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Von: Detlef Güssefeld

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Ein großes Schlagloch in einer Straße vor dem Heck eines Pkw.
Straße von Binde nach Mechau: Es sind keine Löcher mehr, sondern Fallgruben. Mit Steinen gefüllt. © Harry Güssefeld

Es vergeht kaum eine Sitzung des Ortschaftsrates in Mechau, auf der nicht die Straße zwischen Mechau und Binde eine Rolle spielt. Es scheint, dass in der Verwaltung der Wunsch der Mechauer zwar gehört werde, aber Signale in Richtung des Ortsteiles ausbleiben, dass irgendwann etwas mit der Gemeindestraße passiert.

Mechau – Wieder hatten die Ortschaftsräte einstimmig erklärt, dass sie einer Herabstufung zu einem landwirtschaftlichen Weg nicht zustimmen. Sie stehen damit allein, vom Nachbarort Binde gibt es keine Signale der Unterstützung, hieß es. Der Streit um die mögliche Bausumme von bis zu 1,5 Millionen Euro sei schon lange nicht mehr allein der Grund, dass Arendsee einen Ausbau verhindere. „Die Bausumme wird in der heutigen Zeit nicht mehr aktuell sein“, so Ortsbürgermeister Hartmut Baier. Aber darum gehe es nicht allein. Ratsfrau Heike Woitek bedauerte, dass Arendsee nicht gewillt sei, auf den Dörfern zu investieren. Die Verantwortlichen im Rathaus würden ihrer Ansicht nach nun auch beginnen, in Arendsee ihre Spuren zu hinterlassen. In diesem Zusammenhang verwies sie auf den Rückbau im Strandbad, auf den geplanten Abbau der Tribüne. Doch die Straße zwischen Mechau und Binde liege den Mechauern sehr am Herzen. Als Gemeindestraße soll sie saniert werden, so der Wunsch. Auch wenn innerhalb des Rates mahnende Worte nicht fehlten. „Wenn diese Straße gebaut wird, dann muss aber verhindert werden, dass vermehrt Lkw aus Richtung Binde durch den Ort rollen und an der Einmündung Richtung Westen Probleme bekommen“, so Christoph Deckert-Schulz.

Was nun? Straße bauen und als vollwertige Gemeindestraße und Ortsverbindung nutzen, oder von vornherein eine Tonnage-Begrenzung oder gar ein Lkw-Verbot? Die Diskussion änderte sich am Donnerstag aber dadurch nicht grundlegend, die Warnungen aber gab es. Hartmut Baier holte dann aber wieder aus: Als größter Steuerzahler der Stadt müsse Mechau mehr Berücksichtigung finden. „Es kann nicht sein, dass wir betteln müssen“, so Baier. „Arendsee verpulvert unser Geld“, machte Ratsherr Mathias Bock mehr als deutlich. Das Gremium stand auch möglichen Fördermitteln skeptisch gegenüber. „Wenn die kommen, wird es vielleicht nur ein landwirtschaftlicher Weg“, so die Angst im Rat. Und das will man nicht. Die Straße soll wieder eine werden, die ihren Namen auch verdient, fordert Mechau. Einst hatte Salzwedels Landrat Michael Ziche dem Wunsch der Mechauer eine Absage erteilt. Die Straße, damals noch eine Kreisstraße, sei nicht wichtig, weil es bereits eine Kreisstraße zwischen Ritzleben und Mechau gebe. In der Vergangenheit wurde auch darüber diskutiert, was passieren würde, wenn die heutige Gemeindestraße Binde-Mechau einmal als Umleitung genutzt werden müsse. Beispielsweise bei einer monatelangen Sanierung der B 190 im Bereich Binde-Ritzleben. Nicht auszudenken, hieß es damals. Der Betrachter dürfte aktuell entsetzt sein: Dass auf einer Ortsverbindung in dem Zustand noch Fahrzeuge fahren, ist kaum zu glauben. Mechaus Forderung bleibt: Arendsee soll die Straße ausbauen.

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