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Bootsanleger in Arendsee: Seebrücke ist wieder komplett

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Von: Detlef Güssefeld

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Ein Fahrrad steht am Beginn eines hölzernen Bootsanlegers.
Die Brücke bei Zießau ist nach ihrer Sanierung nun wieder nutzbar. Allerdings stehen wegen des geringen Pegels nicht alle Liegeplätze zur Verfügung. © Harry Güssefeld

Bei der Frage, wieviel Wasser im See fehlt, scheiden sich die Geister. Eigentlich ist es auch egal, denn dass Wasser fehlt, sehr viel Wasser, das ist seit Jahren Tatsache. Berechnungen werden angestellt: Die Hitze dieser Tage könnte zwölf Liter pro Quadratmeter Wasseroberfläche verdunsten lassen, macht sich ein Arendseer Sorgen.

Arendsee – Alle spüren es: Die Steg- und Parzellenbesitzer am See, die „Queen“-Besatzung, die GmbH als Betreiberin des Strandbades. Sich einzurichten auf einen ständig niedrigen Wasserstand scheint angesichts der Voraussagen der Wetterfrösche dringend geraten.

Am Pfeiler eines Bootsanlegers ist der niedrige Wasserstand des Sees zu erkennen.
Der niedrige Wasserstand wird an den Bauteilen der Steganlage deutlich sichtbar. © Harry Güssefeld

Die Seebrücke in Zießau war infolge des niedrigen Wasserstandes sogar beschädigt worden. Wegen des fehlenden Wassers sanken die Pontons auf den Seegrund und rieben auf Betonteilen, die einst unter der Brücke eingebaut worden waren – was sich im Nachinein als großer Fehler herausstellte. Die Alukonstruktion rieb sich daran auf und es entstanden große Löcher. Die waren dann fachmännisch geschlossen worden, und die Pontons waren wieder nutzbar. Der kleine Zwischenfall des Verschwindens beider Teile auf dem See wird von Jens Freimann aktuell mit einem Lächeln kommentiert. „Aber ehrlich, uns war gar nicht zum Lachen. Der Wind hatte sich in der besagten Nacht so entwickelt, dass sich die beiden Teile, zum Abtransport von der Reparaturstelle an die Brücke vorbereitet, selbstständig gemacht hatten“, so der Chef des Zießauer Dorfclubs, der für die Seebrücke verantwortlich zeichnet.

Doch alles war wieder gut, die Pontons konnten auch mit Hilfe des Motorbootes des Regattavereins wieder eingefangen werden. Nun ist die Brücke also wieder komplett, doch nutzbar ist sie nur zum Teil. Die Liegeplätze sind derart minimiert, weil das Wasser bis zur Hälfte unter der Brücke fehlt. Die Ausleger mussten abgebaut werden, nun liegen sie daneben und warten auf bessere Zeiten. Die Holzteile waren durch die Freiwilligen des Dorfclubs und Helfer schon ausgewechselt worden. Arbeiden, die helfen, die Anlage weiter zu nutzen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Handelt es sich doch um die grösste ihrer Art am See, die Steganlage im Strandbad einmal ausgenommen. Idyllisch ist es bereits, die Brücke zu begehen. Auch wenn anderenorts das Schilf verschwunden ist, dort ist es kräftig gewachsen. Und dient Wildschweinen aus Wohnstube, manchmal büchsen auch Schafe von der angrenzenden Weide aus und gelangen durch das Schilf an das Wasser. Ein Ausflug der besonderen Art. Bei allen Problemen, die der Wasserstand mit sich bringt: Auch in diesem Fall hat es sich gelohnt: Bürgerliches Engagement half, gepaart mit festem Willen sowie mit der Unterstützung der Stadt bei der Finanzierung der Schweißarbeiten, die Brücke zu erhalten.

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