Michael Schrader aus Mechau sammelt 2700 Unterschriften – und bekommt dafür den Schienenverkehrspreis

„Die Menschen wollen die Bahn!“

Michael Schrader kämpft für die Bahnstrecke Klötze-Wittenberge. Und er lässt sich von Politikermeinungen nicht beeindrucken. Für sein Engagement wird er am 23. März ausgezeichnet.
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Michael Schrader kämpft für die Bahnstrecke Klötze-Wittenberge. Und er lässt sich von Politikermeinungen nicht beeindrucken. Für sein Engagement wird er am 23. März ausgezeichnet.

Mechau. Der Stolz ist dem 31-jährigen Mechauer Michael Schrader anzumerken. Schließlich bekommt er am 23. März in Kassel den Schienenverkehrspreis des „Deutschen Bahnkundenverbandes“ überreicht. Dabei handelt es sich um einen Aufmerksamkeitspreis für große Einzelleistungen.

Die Leistung des Mechauers bestand darin, dass er insgesamt 2700 Unterschriften für den Erhalt und die Reaktivierung der Bahnlinie Salzwedel-Wittenberge gesammelt hatte. Ob der Mechauer angesichts der ablehnenden Haltung der Politik im Altmarkkreis den Mut verloren hätte, wollte die AZ wissen. „Keineswegs. Im Gegenteil. Der Kreis hat das Konzept der Schülerbeförderung auf der Schiene, nicht aber die Reaktivierung abgelehnt“, so Michael Schrader.

Es gebe seiner Ansicht nach genügend Menschen und Unternehmen, die auf die Schiene setzen. Es gehe um die Nutzung der Strecke, und dann von Wittenberge bis Klötze, so auch für touristische Zwecke. Die Deutsche Regionaleisenbahn, bei der Michael Schrader angestellt ist und die die Strecke verwalte, hält weiter an dem Ziel fest. Denn: Nach Aussagen des Mechauers ist in naher Zukunft der Aufbau einer Bahnwärterei, vermutlich in der Region Arendsee, geplant. „Die wird die Aufgabe haben, die Strecken zu beaufsichtigen“, erklärte Schrader. Dabei handele es sich um rund 200 Kilometer in der Region, die von Arendsee aus betreut würden.

Für den Mechauer steht fest, dass die Zeit der Bahn in der Region noch nicht abgelaufen ist. „Die Leute wollen die Bahn auch, weil der Spritpreis immer weiter steigen wird und Bahnfahren eine gute Alternative zu dem Auto sein wird“, hieß es.

Angesichts der Ablehnung des Schülerbeförderungskonzeptes im Arendsee Stadtrat erklärte Schrader: „Es war nicht einfach, das selbst und als Fürsprecher der Bahn mitzuerleben. Aber ich hatte auch den Eindruck, dass sich die Leute erst an dem Abend eine Meinung bilden mussten, das Problem bis dahin nicht richtig erkannt war“.

Der Mechauer setzt sich weiter für die Bahn ein und wird erst zufrieden sein, wenn auf der Strecke nach Arendsee wieder ein Zug fährt: „Die Einstellung des Verkehrs war ein Fehler. Aber Fehler können auch rückgängig gemacht werden.“

Von Harry Güssefeld

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