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Kaulitz: Moped-Prozess am Ende eingestellt

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Von: Jens Heymann

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Das Amtsgericht in Salzwedel.
Das Amtsgericht in Salzwedel war Verhandlungsort des Kaulitzer Diebstahlprozesses. © Heymann, Jens

Der Fall um ein angeblich gestohlenes Moped in Kaulitz ist am Dienstag durch das Salzwedeler Amtsgericht eingestellt worden. Vier Zeugen hatten zuvor ausgesagt, darunter auch zwei Polizisten.

Kaulitz / Salzwedel – Zur Erinnerung: Einem etwa 30 Jahre alten Mann wurde seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 aus einem gemieteten Raum eines 42-Jährigen unter anderem ein Simson-Moped entwendet zu haben. Der Geschädigte war vergangene Woche im Gerichtssaal gewesen, nun folgten andere.

Richter Klaus Hüttermann versuchte vor dem ersten Zeugen, den Angeklagten zu Eingeständnissen zu bewegen. „Sie haben jetzt noch die Chance, ein paar Weichen zu stellen“, meinte Hüttermann.

Doch der Mann auf der Anklagebank ließ sich nicht beeindrucken. Es handele sich um einen „Durchgangshof“, beschrieb er den Ort, wo der Diebstahl passiert sein soll. Soll heißen: Es gab und gibt dort offene Türen. Das bestätigte ein Nachbar, der ansonsten recht wenig beizusteuern wusste. Tag und Nacht könne jeder dort auf den Hof.

Zwei Polizisten waren am Dienstag ebenfalls als Zeugen vorgeladen worden. Der eine erzählte, wie der Geschädigte bei der Durchsuchung der Garage des Angeklagten mehrere Teile seines verschwundenen Mopeds sicher wiedererkannt habe. Konkret eine eingerissene Sitzbank und ein spezielles Lampengestell. Der andere Beamte griff diese Sache auf und ergänzte, dass es noch weitere in Frage kommende Gegenstände gab, die aber durch den Geschädigten nicht einwandfrei identifiziert werden konnten. Die Frage des Richters, ob die Örtlichkeit wie eine Zerlegungswerkstatt ausgesehen habe, verneinte der Polizist. Eine normale Werkstatt.

Der Angeklagte wiederholte dem Richter gegenüber einige Argumente aus der ersten Verhandlungsrunde. Etwa dass es unsinnig sei, eine Moped-Sitzbank anhand von Einrissen erkennen zu wollen. Vor allem, wenn diese an bestimmten, dazu neigenden Stellen vorkommen.

Ob das letztendlich bei Richter und Staatsanwältin einen Eindruck hinterlassen hat, bleibt Spekulation. Nachdem aber auch der letzte Zeuge keine eindeutige Tendenz aufzeigen konnte, einigten sich Anklage und Gericht trotz möglicherweise verbliebener Restzweifel auf das Einstellen des Verfahrens.

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