Arbeitsgemeinschaft droht das Aus / Mitglieder wollen Verein nicht aufgeben

AG "Der Arendsee": Vorsitzender dringend gesucht

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In den nächsten Monaten gilt es die Nachfolgesuche für Gert Reckling (stehend) zu intensivieren.

Arendsee. Gibt es für die Arbeitsgemeinschaft „Der Arendsee“ eine Zukunft? Diese Frage prägte die Mitgliederversammlung. Das Ergebnis: Die Mitglieder wollen den Verein nicht auflösen.

Diese Option wurde vom Vorstand um den Vorsitzenden Gert Reckling ins Spiel gebracht. Denn er möchte seinen Posten abgeben. Ein Verein braucht aber eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden. Die seit 2014 laufende Suche für die Nachfolge brachte bisher nichts.

Mitglied Horst Batt, machte deutlich, dass es laut Satzung eine Extraversammlung für die mögliche Auflösung geben müsste. Diese wäre zu dem nur dann gültig, wenn mindestens 50 Prozent der 52 Mitglieder – am Sonnabend waren 18 vor Ort – anwesend sind. Neben den Vorsitzenden wollen weitere Vorstandsmitglieder ihre Posten abgeben. Hauptgrund dafür sind zeitliche Probleme. Gert Reckling betonte zudem, dass er als einstiger Bauamtsleiter und Vize-Bürgermeister von Arendsee gerade mit Blick auf die geplante Seesanierung, gute Verbindungen zu den zuständigen Gremien hatte. Doch seitdem er den Ruhestand antrat, ist dies nicht mehr in dem Umfang der Fall.

Da sich aber am Sonnabend genügend Freiwillige für die Vorstandsarbeit bereit erklärt haben, wollen die Mitglieder die Auflösung verhindern. Vakant ist nur der Vorsitz. Interessierte, es können Frauen und Männer sein, die derzeit noch keine Mitglieder sind, sollten sich melden. Vize-Vorsitzende Dr. Dörthe Bethge-Steffens lehnt ebenfalls aus zeitlichen Gründen ab, an die erste Stelle zur rücken. Bürgermeister Norman Klebe kündigte an, auch innerhalb der Verwaltung nach Nachfolgern zu suchen und „Überzeugungsarbeit zu leisten“. Der jetzige Vorstand wird die Amtsgeschäfte zunächst noch bis zum Herbst weiterführen. Am 22. Oktober ist eine erneute Mitgliederversammlung vorgesehen. Dort sollen dann Weichen gestellt werden.

Damit verbunden ist eine Tagung, bei der der aktuelle Stand zum Thema Seesanierung die Hauptrolle spielen wird. Weil diese immer näher zur rücken scheint und beim Altmarkkreis ein Landesantrag für die Genehmigung vorliegt (AZ berichtete), wäre das Ende der Arbeitsgemeinschaft, die übrigens am Sonnabend vor genau 23 Jahren gegründet wurde, denkbar ungünstig. „Ein Kern unserer Arbeit war immer, die wissenschaftlichen Themen für die Bevölkerung verständlich aufzuarbeiten“, unterstrich Vorstandsmitglied Dr. Helmut Rönicke. Das Ziel, den Phosphoranteil und damit die Nahrungsgrundlage für die Blaualge mit chemischen Mitteln zu reduzieren, stieß in der Vergangenheit auch immer wieder auf Kritik. Die Arbeitsgemeinschaft dient als öffentliche Plattform, um Meinungen auszutauschen und den Informationsfluss zu unterstützen.

Von Christian Ziems

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