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Debatte über Luftkurort-Titel – Politik betrachtet alle Möglichkeiten und Alternativen

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Von: Jens Heymann

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Arendsee ist staatlich anerkannter Luftkurort - am Ortseingang auch zu lesen
Arendsee ist staatlich anerkannter Luftkurort – darüber ist in diesem Jahr eine Debatte mit einer Übernachtungsabgabe als Alternative ausgebrochen. © Heymann, Jens

Die politische Sommerpause kann zum kühlen Reflektieren einiger zuvor heiß diskutierter Themen genutzt werden. Eines dieser Gespräche bezog sich darauf, ob eine einheitsgemeindeweite Übernachtungsabgabe besser wäre als die bekannte Kurtaxe.

Arendsee – Verwaltung, Politik und Tourismusvertreter kamen in der Frage bislang noch nicht allzu weit voran. Es scheint, als liegen für eine klare Entscheidung noch nicht alle Informationen auf dem Tisch.

Der Status als Luftkurort wird beispielsweise vom Integrationsdorf Arendsee als klarer Mehrwert gesehen. Dies erklärte seinerzeit Betriebsleiterin Daianira Leja auf direkte Frage von Stadtrat Tino Zachhuber (CDU / SPD). Bürgermeister Norman Klebe wies darauf hin, dass Arendsee einer von nur wenigen Luftkurorten in Sachsen-Anhalt sei. Eine Änderung sollte also gut überlegt sein.

Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass mit dem Luftkurort-Titel einiger Aufwand verbunden ist. Immer wieder wird der Status aufwendig überprüft und kostet die Stadt Geld. Dazu kommt, dass sich das Kurgebiet im Wesentlichen auf Arendsee beschränkt – große Teile der Einheitsgemeinde fallen nicht darunter. Die Fläche ließe sich erweitern, was ganz sicher weiteren bürokratischen Aufwand bedeutet.

Mit dem Kurstatus hängt die Kurtaxe zusammen. Die wird in einigen Teilen Arendsees eher verteufelt als geliebt. Das Kassieren sei umständlich, bemerkte Luftkurort-GmbH-Chefin Claudia Schulz dazu. Mit Zetteln erinnere das an vergangene Jahrhunderte. Sie sprach außerdem von einer ab dem kommenden Jahr notwendigen Schnittstelle mit dem Rathaus. Einige Systeme seien bereits angeschaut worden.

Egal ob nun Kurtaxe oder Übernachtungsabgabe, ob Luftkurort oder nicht – die Politik benötigt für eine Entscheidung Kalkulationen. Stadtrat Jens Reichardt (Arendsee-Land / Freie Liste) fordert darüber hinaus eine klare Gegenüberstellung der verschiedenen Einnahmemöglichkeiten sowie deren Wirkungskreise – wann also Abgaben erhoben werden und wer sie leisten muss. Fraktionskollege Sven Schottenhamel appellierte, den Status als Luftkurort letztendlich auch zu leben.

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