Spielzeug und die Trends: Matthias Goyer sieht Traditionelles im Kommen

DDR-Lego in die USA

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Dieser Baukasten aus DDR-Produktion ist über 24 Jahre alt. Ein derartiges Exemplar ist jüngst von einem US-Amerikaner in Silicon Valley bestellt worden. Matthias Goyer konnte den Wunsch erfüllen.

Arendsee. Der zweijährige Luis aus Uenze bei Perleberg wusste gestern im Spielzeugladen sehr wohl, was er haben möchte: Einen Traktor oder einen Kran, machte er seiner Mutter und seiner Oma klar. Weihnachten ohne Spielzeug ist nicht denkbar.

Einer, der es wissen muss: Mathias Goyer, ein Spielzeug-Fachmann, machte gestern deutlich, dass traditionelles Spielzeug wieder im Kommen ist. Es gibt sie noch, die gute alte Holzeisenbahn – bei der aber die Holzfahrzeuge, wenn gewollt, auch durch elektrisch angetriebene Fahrzeuge ersetzt werden können. „Die Meinung, die Kinder würden immer mehr auf Computerspielzeuge umsteigen, stimmt so nicht“, sagt der Arendseer. Im Zeitalter der Tablets und Smartphones geraten die Geräte der Eltern immer mehr in den Focus, wenn ein Computer gewünscht ist.

Spielend lernen – das ist weiterhin möglich. So mit einer Art Spielzeug-Enzyklopädie, einem audiodigitalen Lernsystem. Wissenswertes über Länder, Tiere, den Körper – alles ist möglich und kombinierbar. „Einfach für die Schenkenden“, meint Mathias Goyer.

Eines freut den Unternehmer auch als Familienvater: Es wird wieder mehr gespielt. Das Gesellschaftsspiel, das Weihnachten ausprobiert wird, fesselt die ganze Familie. Gemeinsames Erleben wird wieder gewünscht. Und das ganz freiwillig, um Abstand von der Hektik der Zeit zu haben, meint der Mann, der selbst gern spielt.

Auch Puppenhaus und Kaufmannsladen sind wieder gefragt, und dass es auch Knete zum Spielen und später aufessen gibt, mag dann doch eher eine Geschmackssache sein.

Das gute alte Modellauto wird weiter gefragt, der kleine Louis bekam gestern für die Bereitschaft, als Fotomodell zur Verfügung zu stellen, ein solches geschenkt. Und die Augen waren ähnlich groß, wie einst bei den Kindern in der DDR, wenn sie ein Matchbox-Auto in den Händen halten konnten.

Apropos DDR: Mathias Goyer erzählt von Anfragen aus der ganzen Welt. Erst jüngst hat er einen alten, ehemaligen DDR-Baukasten der Marke „Formo Constanti“ in die USA geschickt. Genau nach Silicon Valley. „Im Zeitalter des Internet kaufen die Menschen ein, und haben als Amerikaner eben Lust auf den alten Kleinbaukasten“, so der Arendseer. Dass die Fracht da manchmal höher ist als der Wert der Ware, das stört die Kunden nicht.

Der kleine Luis rast durch die Gänge des Geschäftes. Was wohl der Weihnachtsmann von allem bringen wird?

Von Harry Güssefeld

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