Jäger in Leppin kritisieren Schutz des Räubers / Versammlung am Sonnabend

„Das Wolfsmanagement will uns nicht glauben“

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Ein Stück Muffelwild, das Jäger Tobias Abel fand. Die Jäger sind sich sicher, dass es sich um einen Wolfsriss handelt. Beim Auffinden waren zunächst Drosselknopf und Eingeweide weg, später machten sich Kolkraben am toten Tier zu schaffen.

Leppin. „Ich hätte gern den Wolf so in Erinnerung behalten, wie ich ihn aus Märchen der Gebrüder Grimm kenne.

Die Jäger sind sich sicher, dass es sich um einen Wolfsriss handelt. Beim Auffinden waren zunächst Drosselknopf und Eingeweide weg, später machten sich Kolkraben am toten Tier zu schaffen.

Aber leider lebt er schon mitten unter uns“, erklärte der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Leppin, Otto Benecke, am Sonnabend während der Mitgliederversammlung. Anlass waren die Ausführungen des Jagdpächters Karl Schmitz, der anhand von gefundenem Fallwild davon ausgeht, dass es sich um Wölfe handelt, die ihren Hunger auch im Revier Leppin stillen. Schmitz nannte die Abschusszahlen des vergangenen Jagdjahres. Geschossen wurden demnach fünf Stück Rotwild, darunter ein Hirsch. Sechs Stück Damwild wurden erlegt, und sieben Stück Muffelwild – dazu wurden sieben weitere als Fallwild gefunden. „Wir gehen bei einigen Tieren davon aus, dass es der Wolf war“, so Schmitz. Er selbst habe ihn bereits gesehen, als er einen Sprung Rehe jagte.

„Es ist nicht mehr selten, ihn hier in Leppin zu beobachten“, erklärte der Pächter. Dass der Wolf da ist, sehe man an den großen Gruppen Rotwild. Bis zu 70 Stück sind es, die sich gegen den Wolf verteidigen wollen. Das Muffelwild hat dagegen keine Chance. Die Tiere bleiben stehen und sind so schnell ein willkommenes Opfer. „Die gut bezahlten Wolfsschützer sind gesellschaftlich gewollt. Auf uns wird noch nicht gehört“, so Schmitz. Für ihn sei der Wolf in „diesem Gebiet wesensfremd. “.

Auch auf andere Räuber, wie den Waschbären oder den Marderhund, machte Schmitz aufmerksam. Diese seien insbesondere dafür verantwortlich, dass dem Fuchs die Nahrung fehlt – so dass immer weniger Jungfüchse das erste Jahr überleben. 27 Waschbären und 18 Marderhunde wurden in Leppin erlegt. „Das Waschbärenproblem bekommen wir nicht in den Griff“, schätzt Schmitz ein.

Die Gäste konnten am Sonnabend mit Laserwaffen auf Tiere in einem Jagdkino schießen. André Prothmann aus Badersleben hatte die Anlage aufgebaut, die gut genutzt wurde. Zuvor hatten sich alle beim Jagdessen gestärkt. Suppe und Wildgulasch gab es zur Stärkung.

Von Harry Güssefeld

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