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Photovoltaik-Konzept Leppin: Es ist noch vieles zu klären

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Von: Detlef Güssefeld

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Sieben Erwachsene beugen sich über eine auf einem Tisch liegende Landkarte und weisen mit ihren Fingern auf verschiedene Einträge.
Bereits vor Beginn der Einwohnerversammlung in Leppin sorgte das Raumkonzept der Gemeinde für künftige Photovoltaikanlagen für heftige Diskussionen. © Harry Güssefeld

Schon vor Beginn der Einwohnerversammlung war der grüne, große Plan wieder im Mittelpunkt der Diskussionen. Klare Aussage: Das gesamträumliche Konzept für PV-Freianlagen ist nicht genau genug. Grenzen zwischen Gemarkungen seien nicht deutlich erkennbar, sodass Grundbesitzer die Lage ihrer Flächen nicht konkret nachvollziehen können.

Leppin – Aber darum sollte es dann doch nicht gehen: Wie geht Leppin, und speziell der Ortschaftrsat, mit dem vorliegenden Konzept um? Antwort: Man akzeptiert das Produkt, das seiner Ansicht nach aber auch Mängel in sich trägt. Hauptkritikpunkt war das Fehlen der Streckenführung der B 190n. Sicherlich immer noch ein Wunschtraum derer, die von der neuen Bundesstraße ein Wirtschaftswunder erwarten. Aber im Hinblick auf mögliche Flächen, auf denen Photovoltaik-Anlagen (PV) gebaut werden könnten, störte das Fehlen der neuen Straße. Die, so erfuhr die Versammlung, vielleicht 2028 wieder in den Verkehrswegeplan aufgenommen wird. Egal, es sei aber unklug, diese Frage zu vernachlässigen, hieß es. Gelbe Flächen auf dem Plan sagen aus, dass dort die Möglichkeit bestehe, Anlagen zu bauen. Die sind aber in Leppin kaum zu erkennen, und so denken einige schon weiter voraus. Auch wenn es hieße, dass große Flächen für Landwirtschaft und Tourismus für derartige Vorhaben gesperrt sind – in Leppin denkt man weiter. Ohne den Hinweis, dass man das Konzept so nicht akzeptiere, sehe man es aber eher als Arbeitspapier. „Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt. Ich könnte mir vorstellen, dass auf Böden mit wenig Bodenpunkten derartige Anlagen gebaut werden können. Auch wenn der Plan das derzeit nicht hergibt“, so Ortschaftsratsmitglied Frank Krüger. Man werde andere Flächen begutachten, die derzeit noch nicht als mögliche Standorte definiert sind. Grob umrissen sind derzeit mögliche Anlagen in Harpe und in Leppin nördlich der Bundesstraße sowie südlich der Ortslage angedacht. „Wir wissen nicht, ob sie gebaut werden“, hieß es. Alles sei nur eine Idee.

Es ging in Leppin auch darum, klare Zahlen zu nennen. Diskutiert wurde beispielsweise, wie weit PV-Anlagen von der Ortslage entfernt sein müssen. Von Sichtweite war die Rede, doch das war zu ungenau. Und so wurden 500 Meter ins Gespräch gebracht. Und die Größe eines PV-Feldes? Man wolle 25 bis 30 Hektar anstreben. Nicht größer. Kritisiert wurde die Tatsache, dass vor Beginn der Arbeiten an dem gesamträumlichen Konzept bereits große Anlagenflächen definiert waren. So die Anlagen in Neulingen und in Schernikau. Leppin komme wohl zu spät, so einige Anwesende. Das sei so nicht in Ordnung, hieß es weiter. Bei derartigen Anlagen, bei denen es um viel Geld geht, könne nicht gelten „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, zumal keiner der Grundbesitzer angefragt wurde. Außer die, die Grundstücke an den Bahnanlagen besitzen, wie Heike Meyer vom Bauamt erklärte. Dass PV-Anlagen nur auf Böden mit geringer Qualität entstehen sollten, sei im Fall Neulingen schon nicht mehr wahr, verlautete aus der Runde der Einwohner. Von den 13 500 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche der Einheitsgemeinde Arendsee können nach derzeitigen Vorgaben zwei Prozent mit Anlagen bebaut werden. Das wären 270. Bislang sind schon 170 Hektar mehr oder weniger vorgemerkt worden. Also gehe es in der gesamten Einheitsgemeinde noch um rund 100 Hektar. Diese Zahlen wirkten ernüchternd. Doch die Diskussion in Leppin hatte auch gezeigt, dass man den Plan als Orientierung, aber nicht als Gesetz empfindet.

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