Freitags und sonnabends „Rush Hour“

Corona-Tests in Arendsee: Apotheken-Container geschlossen, „Deutsches Haus“ noch aktiv

Zwei Schilder weisen auf das Corona-Testzentrum im „Deutschen Haus“ in Arendsee hin.
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Zwei Schilder weisen auf das Corona-Testzentrum im „Deutschen Haus“ in Arendsee hin.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Ein Blick auf die Liste der Corona-Schnellteststationen in der Einheitsgemeinde Arendsee offenbart nur noch einen einzigen Eintrag: das „Deutsche Haus“ im Stadtzentrum. Andere Anbieter, wie etwa die Kur-Apotheke an der Bahnhofstraße, lassen diesen Dienst ruhen.

Arendsee – „Es ist nicht so einfach, wie es aussieht“, erklärt Apothekeninhaberin Katrin Hansen, warum der Testcontainer schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite bereits seit Ende Juni nicht mehr betrieben wird. Sie müsste dafür Personal ab- bzw. einstellen, den Container mieten, die technische Infrastruktur vorhalten, hohe Auflagen beachten und habe ohnehin in der Apotheke viel zu tun. Alles in allem habe sich das nicht mehr gerechnet.

Als das kostenlose Testangebot Anfang Mai gestartet wurde, sei es sehr gut angenommen worden, berichtet Katrin Hansen. Die Nachfrage habe allerdings schlagartig nachgelassen, als beispielsweise für den Friseurbesuch kein negativer Schnelltest mehr benötigt wurde.

Die Teststation an der Bahnhofstraße war vor allem für Einheimische gedacht. Getestet werden sollte vornehmlich werktags vor dem Mittag. Für Touristen keine optimale Zeit, hat Katrin Hansen festgestellt.

Das bestätigt einige hundert Meter weiter Burghard Bannier, Chef des „Deutschen Hauses“ an der Friedensstraße. Auf dem Hof hat er das Testzelt zu stehen. Stoßzeiten gebe es freitag- und sonnabendnachmittags. Freitags, weil viele am folgenden Tag irgendwo einchecken wollen – und sonnabends, weil das Fahrgastschiff „Queen Arendsee“ um 15 Uhr ablegt. Bannier spricht von der „Rush Hour“.

Während das Hotelgeschäft derzeit prächtig laufe, scheint die Corona-Teststation mehr ein Klotz am Bein zu sein. Burghard Bannier sagt zumindest, dass die Testerei mehr Aufwand bedeute, als sie wirtschaftlichen Nutzen bringe. Er wolle eigentlich lieber Hotelzimmer und Essen verkaufen, mache die Tests aber für die Menschen.

Die dürften durchaus froh sein, dass es in Arendsee noch einen öffentlichen Dienstleister gibt. 90 Prozent der Kunden kämen aus der Region, heißt es im „Deutschen Haus“. Dessen Gäste seien hingegen zu 80 Prozent geimpft. Und die übrigen 20 Prozent sollen nicht extra in eine andere Stadt fahren müssen, wie es einmal der Hintergedanke gewesen war.

Die Genehmigung für das Testzentrum auf dem Hof des „Deutschen Hauses“ läuft nach Angaben von Burghard Bannier noch bis Ende des Monats. Danach müsse er weitersehen. Auch Apothekerin Katrin Hansen will den Herbst abwarten.

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