„Vorsicht wie immer“

Corona: Polen bleiben zu Hause – Arendsee sieht der Lage dennoch gelassen entgegen

Hände desinfizieren: Das wird beim Betreten des Rathauses verlangt.  
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Hände desinfizieren: Das wird beim Betreten des Rathauses verlangt.  

Arendsee – Die Corona-Situation hat auch das kleine Arendsee erreicht. Nach bislang nicht bestätigten Angaben stehen einige Einwohner nach Auslandsreisen unter Quarantäne. Darüber seien die Verantwortlichen im Rathaus aber nicht informiert, hieß es gestern.

Das sei Sache des Kreisgesundheitsamtes. „Wenn wir gefragt werden, was wir in dieser Situation tun, dann kann ich Ihnen sagen, dass wir in Sachen Hygiene und Sauberkeit vor allem in unseren Tagesstätten den gleichen Standard an den Tag legen wie sonst auch“, erklärte Hauptamtsleiter Michael Niederhausen.

Heißt: Händewaschen, Desinfizieren, Kinder mit Fieber nicht betreuen – und wenn Fieber auftritt, sofort die Eltern informieren, die die Kinder abholen. „Apropos Desinfektionsmittel: Es ist vorgekommen, dass in Tagesstätten der Stadt derartige Mittel entwendet wurden“, so Bürgermeister Norman Klebe ergänzend. Was er natürlich völlig daneben findet. Aus Kostengründen, aber auch hinsichtlich der Verantwortung für die Mitmenschen.

Michael Niederhausen erklärte, dass man in Arendsee ganz genau die Hinweise und Informationen aus der Kreisverwaltung beachte. „Wir haben ein diensthabendes System hier installiert. Jederzeit kann ein Vertreter der Arendseer Verwaltung erreicht werden. Und sollten die Informationen die Tagesstätten betreffen, können die Leiterinnen sofort informiert werden“, sagte der Hauptamtsleiter. Die Informationskette sei gesichert.

Auswirkungen durch Corona gibt es in Arendsee aktuell: Die polnische Delegation, die am 25. März nach Arendsee kommen wollte, hat ihre Reise abgesagt. „Auf Hinweis des polnischen Gesundheitsministeriums hat man die Verantwortlichen in unserer Partnerstadt davon überzeugt, angesichts der Situation in Deutschland die Reise nicht anzutreten“, so Klebe. Das bedeute, dass sich die Reise verschieben wird. Auf den Sommer“, erklärte das Stadtoberhaupt. Es sei sehr schade, dass der Termin platze. Die Polen waren unter anderem als Gäste auf dem Frühlings- und Wirtschaftsempfang am 27. März im KiEZ angekündigt worden. An dem Event will die Stadt aber mit Stand gestern festhalten. „Wir rechnen mit bis zu 150 Teilnehmern und sehen keine Probleme“, so Klebe. Niederhausen ergänzte, dass, hätte es sich um eine Veranstaltung vornehmlich für Senioren gehandelt, sicherlich anders entschieden worden wäre. „Ältere Mitbürger, so heißt es, sind am meisten gefährdet“, so der Hauptamtsleiter.

Zur Absage der Delegation aus Polen hat sich Stadtrat Jens Reichardt gestern geäußert. „Es ist schade, dass die Leute aus Wydminy nicht nach Arendsee kommen. Lange genug hat man ja mit der Einladung gewartet“, sagte Reichardt. Aber diese Absage biete auch eine Chance, das Besucherprogramm noch einmal zu überdenken, schlug der Stadtrat vor. Denn: Seiner Ansicht nach sei das Besuchsprogramm klar CDU-lastig. Ziele wie die CDU-Landtagsfraktion in Magdeburg oder das Gymnasium in Salzwedel, wo ein Arendseer Stadtrat als Oberstufenkoordinator mit CDU-Parteibuch fungiere, lasse klar erkennen, was man vorhabe. „Ich plädiere dafür, dass die Delegation auch die Dörfer rund um Arendsee besucht. Denn schließlich soll Arendsee als Partnerstadt präsentiert werden und nicht das Land“, so Reichardt.

VON HARRY GÜSSEFELD

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