„Nichts Halbes, nichts Ganzes“

Corona-Maßnahmen: Ungewissheit setzt dem Gastgewerbe zu

Das „Segler-Heim“ in Arendsee
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Für das Arendseer „Segler-Heim“ ist das Weihnachtsgeschäft eine wichtige Zeit. Doch die derzeitige ungewisse Corona-Lage lässt manche Sorgenfalte entstehen.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Die Weihnachtszeit lässt normalerweise nicht nur Kinderaugen, sondern auch die der Gastwirte, Restaurantbetreiber und Hoteliers leuchtend strahlen. Doch die anhaltende Corona-Pandemie mit ihren immer neuen Infektionswellen und Virusvarianten setzt vielen Branchenmitgliedern zu.

Arendsee – Die AZ hörte sich diesbezüglich im „Deutschen Haus“ und im „Segler-Heim“ in Arendsee um. Der Tenor ist gleich: Weihnachten ist ausgebucht, aber die Furcht vor Verschärfungen im Kampf gegen Corona sitzt doch tief.

Die Ungewissheit macht Burghard Bannier vom „Deutschen Haus“ zu schaffen. „Wir wissen gar nicht, wie es weitergeht“, sagte er vor einigen Tagen zur AZ. Und meint damit, dass die Politik den Gastwirten jederzeit dazwischen grätschen kann. „Nichts Halbes und nichts Ganzes“, beschreibt der Hotelier die Situation.

Die Unsicherheit spüren auch Monika und Mirko Schramm vom „Segler-Heim“. Auch dort ist das Weihnachtsgeschäft ausgebucht. Dieses, der Imbiss und der Außer-Haus-Verkauf halten das Restaurant über Wasser. Für größere Veranstaltungen wie eben zu den Feiertagen muss jedoch rechtzeitig eingekauft werden. „Und dann fällt das Geschäft plötzlich weg?“, will sich Mirko Schramm den schlimmsten möglichen Fall gar nicht ausmalen. Zu Ostern könnten die Lebensmittel schließlich nicht mehr verkauft werden.

Planungssicherheit ist etwas, was die Branchenvereinigung DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) von der Landes- und Bundespolitik fordert. Präsident Guido Zöllick sprach zu Beginn des Dezembers davon, dass es Hotels und Restaurants wieder einmal besonders hart treffe. So seien die Umsätze im November um 34 Prozent im Vergleich zu Vor-Corona-Jahr 2019 zurückgegangen. Die Mehrheit der Unternehmer sei gegen einen Lockdown.

Das „Deutsche Haus“ und das „Segler-Heim“ haben immerhin den Vorteil, dass sie eigene Teststationen haben. „Die Leute gehen durch das Testzentrum und dann essen“, sagt Mirko Schramm und verweist auf durchaus positive Resonanz der Gäste. Diese Form von Sicherheit kommt demnach gut an.

Burghard Bannier bringt noch einen anderen Aspekt in die Diskussion: das ständige Hin und Her bei den Corona-Regeln im nahen Nachbarland Niedersachsen. Es komme ab und zu vor, dass Gäste aus dem Westen im Vorfeld nachfragen, was überhaupt möglich ist. „Ein Chaos von Infos“, meint der Hotelier.

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