Art der See-Restaurierung steht fest / Fachleute sind sich einig / Dr. Hupfer: „Nun ist die Politik gefragt“

Chemo für den See: Keiner weiß wann

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Aufmerksam verfolgten viele Arendseer den Werbefeldzug der Wissenschaftler für eine chemische Restaurierung des See. Einige stellten Fragen, hier Dr. Ernst Allhoff (im Hintergrund).

Arendsee. Die chemische Ausfällung mit Aluminium ist beschlossene Sache. Die Arendseer erfuhren im Rahmen einer Fachleutetagung am Dienstagabend im Integrationsdorf nichts Neues – denn was eigentlich erwartet war, war ein Zeitplan. Den bekamen die Zuhörer nicht geboten.

„Wir haben unsere Arbeit geleistet. Die Berichte liegen vor, nun ist die Politik gefragt“, erklärte Dr. Michael Hupfer, der derzeit am Arendsee forscht, gegenüber der AZ. Doch Claus Fahlbusch vom Landesverwaltungsamt sprach von einer zeitnahen Lösung, ohne konkret zu werden. Eine Jahreszahl gab es nicht. Im Gegenteil: Sollte das Land die chemische Restaurierung absegnen, seien weitere Untersuchungen notwendig. So eine Umwelttverträglichkeitsstudie. Die AZ fragte nach: Könne es sein, dass dadurch die Maßnahme wieder in Frage gestellt wird? Könnte es sein, dass sich das Granulat, mit dem das Aluminium ausgebracht wird, negativ auf den Hauptfisch, die Maräne, auswirken kann? Dr. Hupfer dazu: „Ich gehe davon aus, dass es keine Probleme gibt. Aber die Studie muss sein. “.

Die Wissenschaftler ließen im Vorfeld der beginnenden Diskussion keinen Zweifel daran, dass die Ausfällung des Phosphors die einzige praktikable Methode sei. In einem über einstündigen Vortrag zur Einführung hatte Dr. Jürgen Mathes aus Schwerin weder der Ausbaggerung noch dem Einsatz von Mikroorganismen eine echte Chance gegeben. Dann gab es die Fragestunde.

Ein erstes Achtungszeichen setzte Stadtrat Uwe Walter aus Arendsee. „Warum reden wir von einer Belastung des Grundwassers, das in den Arendsee fließt, wenn zur gleichen Zeit Schweinmastanlagen durch das Landesverwaltungsamt genehmigt werden und noch nicht mal klar ist, wo die Gülle bleibt“, fragte der Arendseer. Claus Fahlbusch fühlte sich überfragt, er kenne die Situation nicht. Nur kurze Zeit später verabschiedete sich der Mann aus dem Landesverwaltungsamt. Es war gegen 20.45 Uhr. Er habe noch einen Termin.

Von Harry Güssefeld

Mehr zu dem Verfahren lesen sie am Donnerstag in der Altmark-Zeitung.

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