Jens Freimann vom Segelclub lobt Belohnung aus / Beplankung verheizt

Chaoten: Lagerfeuer auf Zießauer Schiffsanleger

Mit brachialer Gewalt wurden verschraubte Holzteile aus der Verankerung gerissen.
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Mit brachialer Gewalt wurden verschraubte Holzteile aus der Verankerung gerissen.

Arendsee / Zießau. Für Jens Freimann, Vorsitzender des Segelclubs in Zießau, ist es „eine große Schweinerei“, was sich vermutlich in der Nacht zu Sonntag auf dem Schiffsanleger in Zießau abgespielt hat.

„Ich habe gerade die Nachricht bekommen, dass bislang Unbekannte Feuer auf dem hölzernen Bootssteg gemacht haben“, so Freimann am Sonntagabend am Telefon gegenüber der AZ. Er selbst konnte sich nicht kümmern, weil er sich gerade an der Ostsee befand. Dennoch wurde gleich Strafanzeige gestellt. „Ich möchte auch eine Belohnung ausloben, für denjenigen, der uns die Täter präsentiert“, so Freimann. Er selbst geht von mehreren Tätern aus. Denn die Gewalt, die angewandt wurde, um Bretter der Beplankung herauszureißen, war schon riesig. „Man hat die Bretter für das Feuer genutzt, das zuerst auf einem Metallboden des Schiffseinstiegs entzündet wurde, welches sich aber später auf einen Teil der Beplankung ausbreitete“, erklärte Freimann. Ob das Feuer allein ausging, ob es gelöscht wurde oder ob es nur einem Zufall zu verdanken ist, dass nicht die ganze Brücke in Brand geriet – keiner weiß es genau. Dennoch: Freimann empfindet diese „Sorglosigkeit und Frechheit“, mit der die Täter zu Werke gingen, „einfach abscheulich“.

Die Seebrücke ist rund 80 Meter lang und könnte mit einer massiven Tür gegen unbefugtes Betreten gesichert werden. Wird sie aber bislang nicht, um nicht nur Mitgliedern des Segelvereins Zießau, sondern auch Gästen den Zutritt zu ermöglichen. „Die Brücke wird gut frequentiert, aber wir werden überlegen müssen, ob wir das Tor künftig in der Nacht schließen“, so Freimann.

Die Brücke war bereits beim Sturm „Kyrill“ in der Nacht zum 19. Januar 2007 fast vollständig zerstört worden. Einzelteile waren durch die Luft geschleudert worden. Die Reparatur gestaltete sich langwierig und schwierig. „Ich kann nicht glauben, was passiert, wenn sie noch einmal, wodurch auch immer, beschädigt oder vernichtet wird“, erklärte Freimann.

100 Euro winken demjenigen, der dem Segelclub Zießau den oder die Täter präsentiert. Wer Hinweise zu den Feuerteufeln geben kann, sollte sich mit der Polizei in Arendsee, Tel. (039 384) 98 490 in Verbindung setzen. Jens Freimann ist unter der Telefonnummer (0172) 5 490 507 zu erreichen.

Von Harry Güssefeld

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