Ökologischer Seminarhof in Vissum entsteht Schritt für Schritt / Eröffnung für 2021 geplant

Vom „Bunker“ bis zum „schwarzen U-Boot“

Der Ökologische Seminarhof in Vissum soll ab dem kommenden Jahr ein Ort für Mitarbeiterschulungen von Unternehmen sowie für Gesundheitstouristen sein. Kleines Bild: Hausherr Christian Laase.
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Der Ökologische Seminarhof in Vissum soll ab dem kommenden Jahr ein Ort für Mitarbeiterschulungen von Unternehmen sowie für Gesundheitstouristen sein. Kleines Bild: Hausherr Christian Laase.

Vissum – Normalerweise herrscht auf dem Hof am Ortseingang von Vissum reger Handwerksverkehr. Doch an diesem Freitag, einem Brückentag, schweigen die Baugeräte.

Bis auf die Schleifmaschine, mit der Hausherr Christian Laase gerade die Oberfläche eines selbst gegossenen Steintresens glättet.

„Es ist schon einiges passiert, aber wir sind noch lange nicht fertig“, sagt er zur AZ in einer Arbeitspause. Bis der Ökologische Seminarhof Vissum eröffnet, wird wohl noch ein weiteres Jahr vergehen, schätzt Laase, ein Unternehmer aus Berlin.

Die große Metall-Wendeltreppe in der Lobby wurde von einem Fachmann alleine in drei Tagen aufgebaut.

Bei einem Rundgang offenbart sich der Baufortschritt. Vor wenigen Wochen sind die Wände des Empfangsgebäudes gegossen worden. Der nackte Beton lässt den Hauptstädter vom „Bunker“ sprechen. Spätere Gäste des Seminarhofes sollen schon dort überrascht werden. Stolz zeigt Christian Laase die Wendeltreppe in der Lobby und berichtet, wie der Fachmann sie ganz allein in drei Tagen eingebaut hat. Hingucker sind zwei große Räume – einer für Yoga und ein weiterer im anderen Gebäude für Seminare. Dazwischen eine Vielzahl anderer Orte, an denen die Gäste später einmal ihren Beschäftigungen nachgehen sollen.

Eines von zehn geplanten Wohnhäusern („schwarze U-Boote“) wurde zu Testzwecken bereits aufgebaut.

Schräg hinter einem Haus steht das „schwarze U-Boot“. So nennt der Eigentümer eines der probeweise aufgestellten Kleinhäuser, die später einmal als Schlafstätte dienen soll. Auch einige Möbel stehen zum Test schon drin. Zehn Häuser dieser Art sind für den Seminarhof vorgesehen; dazu kommen acht Jurten. Von den Zelten wird gerade eines aufgebaut – von Fachleuten aus Tschechien. Er wolle zwar möglichst viele Bauleistungen an heimische Firmen vergeben, so Christian Laase, aber manche Experten ließen sich nur woanders finden. Expertise gibt es auch vom Nachbarn, der den „Stadtkindern“ (Laase) beim Gartenbau hilft.

Die Corona-Krise hat den Aufbau des Seminarhofes nur ein wenig gebremst, bilanziert der Hausherr. Es sei nicht so „auf Volldampf“ gebaut worden, auch weil die Gewerke entsprechend koordiniert werden mussten.

Einen Effekt hatte die Pandemie allerdings schon. Die Berliner Eigentümer sind seit einigen Monaten in Vissum, pendeln nicht mehr. Zeit, sich an Gegend und Leute zu gewöhnen. Ein Kennenlernen mit der Gemeinde gab es bereits Ende 2019 – bei Bier und Glühwein.

VON JENS HEYMANN

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