Emily Judith genießt als siebtes Kind der Familie eine Ehrenpatenschaft

Den Bundespräsidenten als Patenonkel

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Sven und Annica Fürstenau (v.l.) mit Töchterchen Emily Judith wurden von Arendsees Bürgermeister Norman Klebe und Heiko Barthel empfangen. Der Grund: Bundespräsident Joachim Gauck hat die Ehrenpatenschaft für das Mädchen übernommen.

Arendsee. Große Ehre gestern Vormittag für die kleine Emily Judith Fürstenau. Die Sechsjährige hat seit gestern offiziell einen neuen Patenonkel. Und der ist kein geringerer als Bundespräsident Joachim Gauck.

Arendsees Bürgermeister Norman Klebe und Standesbeamter Heiko Barthel nahmen die Ehrung gestern im Trauzimmer des Verwaltungsamtes im Arendseer Rathaus vor. Sogar klassische Musik war zu vernehmen, als Annica Fürstenau gemeinsam mit ihrem Mann Sven und der kleinen Tochter den Raum betrat. Eine Urkunde gab es, ein signiertes Bild des Bundespräsidenten und 500 Euro als Patengeschenk. Die kleine Emily Judith ist das siebte Kind der Familie, die bis Oktober noch in Arendsee wohnte und seitdem ihren Mittelpunkt in Krüden bei Seehausen gefunden hat. „Wir hatten davon Kenntnis, dass wir solch eine Patenschaft beantragen können, den Hinweis gab uns Pro Familia“, so die 31-jährige Mutter gestern gegenüber der AZ. Die weiteren sechs Kinder der Familie sind zwischen vier und zwölf Jahre jung.

Möglich ist, dass der Bundespräsident auf Antrag der Eltern die Ehrenpatenschaft für das siebte Kind einer Familie übernimmt. „Es kann auch für ein später geborenes Kind beantragt werden“, heißt es aus dem Bundespräsidialamt. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen mindestens sieben lebende Kinder zur Familie zählen, die von denselben Eltern, derselben Mutter oder demselben Vater abstammen. Adoptivkinder sind den leiblichen Kindern gleichgestellt.

Die Ehrenpatenschaft habe in erster Linie symbolischen Charakter und sei mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen. Dennoch freuten sich die Eltern gestern über diese besondere Anerkennung. Sven Fürstenau (38) nahm die Urkunde entgegen, währen das Kind auf dem Arm der Mutter fröhlich Anteil nahm. Angesichts der Seltenheit, dass eine Familie mindestens sieben Kinder habe, wollte die AZ wissen, ob die junge Familie weitere Kinder plane. Die Mutter erklärte: „Eigentlich nicht mehr, aber wer weiß, was so passiert.“

Eine Weihnachtskarte aus dem Schloss Bellevue in Berlin, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, hat Emily Judith in Krüden auch schon pünktlich zum Fest erreicht. Post vom neuen Patenonkel Joachim, dem wichtigsten Amtsträger der Bundesrepublik, das ist schon etwas Besonderes.

Pro Jahr gibt es rund 700 neue Patenschaften durch den Bundespräsidenten, seit Gründung der Bundesrepublik 1949 sind es rund 77 500 (Stand 3. August 2012. Joachim Gauck hat seit seinem Amtsantritt am 18. März 2012 insgesamt schon über 200 Ehrenpatenschaften übernommen.

Von Harry Güssefeld

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