Interview

Bürgermeister Norman Klebe äußert sich zu abgesagtem Event

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Hat nichts gegen Konzerte, sofern sie rechtzeitig beantragt werden: Norman Klebe.
  • VonArno Zähringer
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Arendsee – Für Irritationen hat in der vergangenen Woche ein geplantes Konzert Stefan Krähes gesorgt, der die Veranstaltung bereits bewarb, ohne eine Genehmigung für den Auftritt zuhaben. AZ-Redakteur Arno Zähringer fragte deshalb bei Arendsees Bürgermeister Norman Klebe nach, welche Auflagen im Vorfeld eines derartigen Events beachtet werden müssen.

Herr Klebe, was hat die Stadt Arendsee gegen Konzerte?
Die Stadt Arendsee hat überhaupt nichts gegen Konzerte oder Veranstaltungen im Allgemeinen. Vielmehr sind wir froh und glücklich, wenn entsprechende Aktivitäten in der Stadt oder den Ortsteilen für unsere Bürgerinnen und Bürger oder für Gäste angeboten werden.
Zum Beispiel?
Die Vergangenheit zeigt, dass in diesem Bereich immer etwas geboten wurde. Dazu zählen Nabucco-Oper am Strand, Public-View Elaiza, Lichterfeste, Perlenfest, Theater im Kloster, Theateressen, Filmfestival, Yoga-Tag, Maibaumaufstellung, Gewerbefest in Fleetmark, Jubiläumsveranstaltungen, Simsonrennen in Dessau, Reitturnier in Sanne, Reitertag in Thielbeer, Norddeutsches Reiterlager in Ziemendorf sowie Kartoffeltag in Neulingen, Triathlonveranstaltungen und vieles mehr.
Welche Gründe führten dazu, das Konzert von Stefan Krähe nicht zu genehmigen?
Zu dem von Ihnen konkret angefragten Konzert von Stefan Krähe wurde die Genehmigung für die Veranstaltung erst am Nachmittag des 21. Juli, mithin knapp drei Tage vor dem Veranstaltungstermin, beim Ordnungsamt eingereicht. Das erforderliche Hygienekonzept und die Anzeige eines vorübergehenden Gaststättengewerbes wurden erst am 22. Juli eingereicht. Des Weiteren gab es nach hiesigem Kenntnisstand keine Absprache oder Vereinbarung mit den zuständigen Stellen des ausgewählten Veranstaltungsortes, also Strandbad oder Seebühne.
Innerhalb welchen Zeitraums sollte eine Veranstaltung gleich welcher Art beantragt werden?
Wer aus besonderem Anlass und nur vorübergehend ein Gaststättengewerbe oder Ausschank betreiben will, hat dies der Behörde rechtzeitig, spätestens zwei Wochen vor Beginn, schriftlich anzuzeigen.
Und wie sieht es bei größeren Events aus?
Eine Veranstaltung sollte rechtzeitig, mindestens aber vier Wochen vor dem geplanten Termin, beantragt werden. Normal ist, dass uns ein Veranstalter im Vorfeld über die geplante Veranstaltung informiert, der Termin abgestimmt und dann gemeinsam ein Zeitpunkt festgelegt wird, bis wann die erforderlichen Unterlagen einzureichen sind. So wird vermieden, dass mögliche andere Veranstaltungen behindert werden oder keine weiteren öffentlichen Interessen entgegenstehen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten, dass dies bei anderen Veranstaltungen immer so problemlos zwischen allen Beteiligten funktioniert hat.
Wie viele Tage vor einem Ereignis muss ein Hygienekonzept eingereicht werden, und welche Inhalte sind notwendig?
Das Hygienekonzept ist mit allen anderen erforderlichen Unterlagen mit dem Antrag einzureichen. Damit muss der Veranstalter aufzeigen, welche Maßnahmen er zur Umsetzung der aktuellen Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus in Sachsen-Anhalt ergreift.
Wie lange dauert es in der Regel, bis eine Zustimmung oder Ablehnung aus der Stadtverwaltung erfolgt?
Bisher wurde noch keine Veranstaltung nach Einreichen der erforderlichen Unterlagen nicht genehmigt. Wenn es Probleme gab, wurden diese im Vorfeld geklärt oder die geplante Veranstaltung wurde vom Veranstalter erst gar nicht beantragt.
Wie bewerten Sie den Umstand, ein Konzert zu bewerben, ohne eine Genehmigung zu haben?
Dies ohne die dafür benötigten Genehmigungen zu tun, ist unprofessionell. Durch ein solches Vorgehen wird das erforderliche Verfahren für alle Beteiligten nicht einfacher gemacht.
Was raten Sie Veranstaltern, die in Arendsee ein Event auf städtischem Grundstück planen?
Sie sollten, sobald sie eine Veranstaltung planen, Kontakt zur Stadt aufnehmen. Dann können alle Erfordernisse und Möglichkeiten im Vorfeld geklärt werden. Bisher gab es keine Probleme mit den Veranstaltern. Das Strandbad und die Bleiche beispielsweise gelten als Sondergebiete für Erholung. Die Stadt selbst trägt die Bezeichnung „staatlich anerkannter Luftkurort“. Der Campingplatz und andere Einrichtungen liegen in unmittelbarer Nähe.
Welche Probleme könnten da entstehen?
Durch Veranstaltungen können erhebliche Nachteile für die Urlauber des Campingplatzes sowie für die benachbarte Wohnbevölkerung verursacht werden. Zum Beispiel durch Schallbelastung oder die Nichteinhaltung der Nachtruhe um 22 Uhr. Um die genannten Nachteile abzuwehren oder miteinander in Einklang zu bringen, ist es erforderlich, dass jede Veranstaltung im Vorfeld abgestimmt wird. Hier sind wir bislang auch immer zu gemeinsamen Lösungen gekommen. Und wir werden dies auch in Zukunft.

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