Die schwere Geburt einer Straße

Bürger in Sanne informierten sich über das Bauvorhaben am Alten Rundling

Heftige Diskussionen gab es am Dienstagin Sanne. Planer Jens Buchholz (2.v.l.) antwortete auf Fragen.
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Heftige Diskussionen gab es am Dienstagin Sanne. Planer Jens Buchholz (2.v.l.) antwortete auf Fragen.

Sanne-Kerkuhn – Ein kleiner Straßenabschnitt im kleinen Sanne sorgte am Dienstagabend für Aufregung. Jedenfalls bei einem Teil der Einwohner, die sich während einer Einwohnerversammlung beim Rat und beim Planer Informationen holen wollten.

Denn Fakt ist: Grundstücksbesitzer in ganz Sanne müssen sich nach aktuellem Stand rund 46 000 Euro Ausbaubeiträge teilen. Seit der Kostenschätzung 2018 sei die Gesamtsumme von rund 180 000 Euro auf 240 000 Euro gestiegen. 135 900 Euro seien Fördermittel. „Sollte die Summe weiter steigen und der Anteil der Stadt von 60 Prozent nicht mehr finanzierbar sein, könnte das Projekt noch platzen“, sagte Ortsbürgermeister Jens Reichardt. Ab welcher Summe die Bürger nicht mehr wollen, blieb offen.

Der vorliegende Plan des grundhaften Ausbaus der Straße am Rundling wurde heftig diskutiert. Ein Problem war die Ankündigung, die Straße selbst 3,50 Meter breit in Asphalt zu bauen, daneben den Gehweg in Betonsteinpflaster (1,60 Meter breit) – der bei Gegenverkehr überfahrbar sein soll. Das brachte Einwohner auf den Plan: Denn ein Gehweg sei für die Menschen da, hieß es. Und es wurde Angst um die Kinder ins Feld geführt. Die, benutzten sie den Gehweg, durch ausweichende Fahrzeuge auf dem Gehweg in Gefahr gebracht würden. Und: Fahrzeuge, die den Gehweg benutzen, würden so dicht an die Häuser fahren, dass es vielleicht Risse geben würde. Von Rissen war auch bei derzeitigem Zustand die Rede.

Dass es auf der anderen Straßenseite eine Versickerungsmulde geben soll, die gegen das Befahren wieder mit Leitpfosten gesichert werden soll, brachte eine Anwohnerin auf den Plan. Leitpfosten würden schon in Kerkuhn das Dorfbild verschandeln. Und: Eigentlich seien sie innerorts gar nicht erlaubt. Harter Tobak, die Verwaltung will das prüfen.

Zwischenzeitlich gab es Bemerkungen, dass doch eine Reparatur ausgereicht hätte. Die aber hätte die Stadt allein bezahlen müssen, hieß es. Und dafür sei kein Geld da.

Der grundhafte Ausbau sei das Richtige, unterstrich der Ortschaftsrat. Doch es soll noch einmal eine Begehung geben. Ortschaftsrat und Verwaltung wollen mit Anliegern den Bereich der Straße in Richtung Schernikau in Augenschein nehmen. Der müsse auch ausgebaut werden, weil marode. Es gehe um einige Meter weiter, als der derzeitige Plan definiere.

Das Parken könne nicht mehr geduldet werden, hieß es noch am Dienstag. Gestern aber erklärte Jens Reichardt, dass auf der Seite der Mulde geparkt werden könne, weil der Begegnungsverkehr damit zwar beeinträchtigt, aber nicht verhindert wird.

Im Februar sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. So schnell wie möglich soll gebaut werden. Bei allem Wenn und Aber.

VON HARRY GÜSSEFELD

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