Die Bürger ringsum werden aufgefordert, gegen die Schweinemastanlage zu protestieren

BI: „In Binde stinkts zum Himmel“

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Petra Hennigs und Christian Starck von der BI bei einer Wasserprobennahme in der Nähe der SchweinemastanIage.

Binde. Es stinkt schon lange in Binde, aber seit Wochen sei es kaum noch auszuhalten, so die Bürgerinitiative (BI) „Gegen Schweinemast - Für ein lebendiges und lebenswertes Binde“ in einem Aufruf an die Bürger des Ortes und der näheren Region.

„Wir von der BI fordern alle auf, dem Landkreis Salzwedel telefonisch oder schriftlich mitzuteilen, wenn es in Binde zum Himmel stinkt“, so Petra Hennigs und Christian Starck in dem Schreiben, das der Altmark-Zeitung vorliegt.

In der Begründung wird erklärt, dass es trotz vielfältiger Auflagen für die Filterung der Schweinstallemissionen „seit Wochen außergewöhnlich nach Schwein stinkt“. „Die Binder sind seit 2007 schon häufigen Schweinegestank gewöhnt, aber Jahr für Jahr nimmt dieser zu. Wie kann man jemandem eine Baugenehmigung erteilen, der sich nicht an die bereits vorliegenden Auflagen hält? Wie lange will der Landkreis die unhaltbaren Zustände dulden?“, fragen sich die Mitglieder der BI. Und stellen fest, dass „bei jedem anderen normalen Bürger die Verwaltung sofort handeln würde“.

In Binde hat Straathofs Firma „Bio Power“ zudem eine Biogasanlage gebaut, „die so nicht genehmigt war“, erklärte die BI. Die jahrelange Nutzung sei erst eingestellt worden, als das Landesverwaltungsamt Halle (LVA) dem Betreiber dies untersagte.

Sieben Millionen Euro wurden von Straathof in Schwarzbauten investiert. Diese wurden – mit Ausnahme der Biogasanlage – 2013 vom LVA nachträglich genehmigt. „Ein Skandal“, protestiert die BI und regte gemeinsam mit der Stadt Arendsee eine Klage beim LVA dagegen ein. Pikant: Straathof selbst klagt derzeit gegen den Landkreis Salzwedel wegen Untätigkeit, weil dieser seit 2013 zuständig ist. Die BI sieht ihren Kampf gegen die Schweinemastanlage und den damit verbundenen permanenten Gestank als Schwerpunkt ihrer Aufgaben auch 2014. „Wir dürfen nicht nachlassen“, so Petra Hennigs gegenüber der AZ. Immer wieder hatten Bürger des Ortes ihren Unmut zum Ausdruck gebracht – nun hofft die BI mit einer möglichen Unterschriftenaktion, Druck auf den Altmarkkreis und den Betreiber der Anlage Anlage ausüben zu können. Ob es eventuell ein Internet-Voting für oder gegen die Biogasanlage auf dem Gelände gibt, werde derzeit geprüft.

„Wir werden unseren Protest wieder massiv intensivieren“, so die Vertreter der Bürgerinitiative. Dazu gehören auch Protestaktionen vor dem Betrieb. „Aber solange die Politik den industriellen Mastbetreibern den Bauch pinselt, solange können sie machen, was sie wollen“, erklärte Petra Hennigs. Das sei nicht zu verstehen.

Von Harry Güssefeld

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