Schandfleck Arendsee, Kleine Straße 7 / Das Haus verfällt immer mehr

Bürger müssen mähen: Die Stadt tut es nicht

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Das Haus Kleine Straße 7 und was davon übriggeblieben ist: Das Gras wächst, aber schlimmer noch sind die Fenster und Türen, die nicht mehr gesichert sind.

Arendsee. „Warum verschickt die Stadt Briefe an Einwohner, die ihrer Pflicht zur Straßenreinigung nicht nachkommen, wenn sie es selbst nicht tut?“, fragen sich Arendseer. Vor allem Anwohner der Kleinen Straße, die seit Jahren mit der Ruine Nummer sieben leben müssen.

Das Haus hat keinen Eigentümer, weil alle Nachkommen der letzten Besitzerin auf die Immobilie verzichtet haben (wir berichteten). Und so sprießt das Gras vor dem Haus. Wer es nicht besser weiß, könnte denken, es handelt sich um einen ungepflegten Vorgarten. Immer wieder waren mal Stadtbedienstete gekommen, um den Wuchs zu beseitigen. Nun passiert gar nichts mehr. Aber das Gras ist nur ein Problem. Am Wochenende hatten Unbekannte Teile der Gebäudesicherung abgerissen und auf die Straße geworfen. Dazu wurden Scheiben zerstört, einige der Reste drohen, herunterzufallen.

Die Stadt hatte versprochen, das Haus an den Mann oder die Frau zu bringen. Irgendwann waren einmal 5000 Euro im Gespräch, aber es fand sich niemand. Die Pflicht der Sicherung obliegt keinem privaten Bürger – weil keiner geerbt hat. Doch von dem Haus gehen Gefahren aus. Nicht nur, dass sich Marder dort eingenistet haben und nachts auch in angrenzenden Häusern Schäden anrichten – es sind auch die Öffnungen am Haus, die ein Einsteigen möglich machen. Zu holen ist in dem Gebäude nichts mehr, aber als Spielplatz könnte es für die umliegenden Häuser gefährlich werden.

Die unrühmliche Geschichte der Kleinen Straße 7 ist aber nur ein Problem. Es gibt weitere Immobilien, die vernachlässigt werden. So der alte Jugendklub, wo Gras die Fassade verdeckt. Oder auch das Haus an der Ecke Mühlenstraße / Friedensstraße, wo Teile eingebrochen sind.

Dass das Mähen von Gras dem Wirtschaftshof immer noch große Probleme bereitet, ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass der einzige in die Jahre gekommene Rasenmäher des Wirtschaftshofes Achsbruch hat.

Von Harry Güssefeld

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