Unmut über Aktion unterhalb des Waldheims dauert weiter an

Bürger in Arendsee sauer auf Sägeaktion

Seit gut zwei Wochen wurde der Bereich am Waldheim-Gelände umfangreich gelichtet.
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Seit gut zwei Wochen wurde der Bereich am Waldheim-Gelände umfangreich gelichtet.

Arendsee – „Privilegierte Bürger dürfen alles. Wenn wir einen Baum absägen, dann gibt es brutal Ärger“ – so und auch noch schärfer reagieren Arendseer auf die Abholzaktion unterhalb des Waldheimes.

Die AZ hatte berichtet, dass die Investoren Platz für ihr Vorhaben machen, indem sie das Gelände zwischen Seepromenade und Seeufer bereinigen – heißt, Unterholz beseitigen.

Einige Bäume blieben stehen. Im Zuge des Projektes, hieß es auch vonseiten der Stadt – und es handele sich nicht um Teile des Landschaftsschutzgebietes. Nun hatte es aber in der jungen Planungsphase eine Zeichnung des Gesamtprojektes gegeben, auf der das gesamte betreffende Areal bewaldet ist. Und nicht abgeholzt. Das ist es auch, was die Bürger ärgert. Stadträtin Vilja Hanke erwägt gar, Anzeige zu erstatten. Kahlschlag im Uferschutzstreifen, sagt sie. „Und vielleicht hat auch niemand darüber nachgedacht, dass es eine weitere Wildbadestelle geben könnte. An Bänke ist ja schon gedacht“, mutmaßt die Stadträtin.

Sie hatte nichts dagegen, dass die Presse sie zitiert. Andere schon. Diejenigen, die zum Beispiel die Idee hatten, mit einer neuen Baumpflanzaktion auf eben diesem Gelände gegen die Fällung der Bäume zu protestieren. Wie die AZ erfuhr, hat sich der Kreis diesbezüglich an den Planer der Anlage gewandt. Eine Anfrage der AZ hatte die Kreisverwaltung gestern noch nicht beantwortet.

Der See gilt als besonderes Gebiet. Der Kreis sei immer wieder tätig geworden, wenn jemand auch nur versucht, etwas gegen die Vorgaben zu unternehmen. „In diesem Fall ist es skandalös, wie mit zweierlei Maß gemessen wird“, sagt Vilja Hanke. Und weiter: „Man hätte ja warten können, bis die Bebauung wirklich begonnen hat.“

Bürgermeister Norman Klebe versucht, die Wogen zu glätten. „Vielleicht sollen wir froh sein, dass endlich etwas passiert“, sagte er der AZ. VON HARRY GÜSSEFELD

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