Georg Völske aus Berlin baute eine Kinderoase mit Hilfe vieler Arendseer

Ein Boot strandet im Klosterhof

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Der Zimmermannsgeselle Georg Völske mit Kindern in seinem Buddelkasten, den er mit Hilfe einiger Zeitgenossen zu einer kleinen Kinderoase werden ließ. Gestern wurde das Bauwerk übergeben.

Arendsee. Ein altes Boot, gefüllt mit Sand und viel Sand drumherum. Eingezäunt mit Holzpfählen und einem dicken Tau drumherum. Dieses Bauwerk wurde gestern im Klosterhof offiziell übergeben.

Mit dabei: Vertreter des Vereins „Kloster Arendsee“, Gäste, der Initiator Dr. Helmut Günther und natürlich der Ausführende: Georg Völske aus Berlin, ein einstiger Wandergeselle, der in Seehausen noch ein Projekt realisierte und von Dr. Günther nach Arendsee geholt wurde. In kurzer Absprache mit Bürgermeister Norman Klebe war die Idee geboren. Das Boot, das einst auf dem Gelände der Kita „Lindenstraße“ stand und vom neuen Besitzer Jens Freimann dem Kloster übergeben wurde, sollte nun ein Mittelpunkt für Kinder werden. Eine Buddelkasten, der zu bestimmten Anlässen zu einer Schatztruhe werden kann. „Wir haben in anderen Museen Ähnliches entdeckt und wollten das bei uns auch realisieren“, so der Chef des Vereins, Uwe Walter.

Der 26-jährige Georg Völske hatte gestern mit seinem Projekt einen eigenen Abschluss gesetzt: Ihn zieht es nach fünfjähriger Wanderschaft als Tischlergeselle erst einmal wieder nach Berlin. Später will er in der Schweiz Geld verdienen, um seinen Tischlermeister ablegen zu können. Er war weit gereist, durchstreifte Osteuropa bis zum Donaudelta, war in England, in Island, in Norwegen und in der Türkei. Zuletzt war es Australien, das Land, in dem er im deutschen Winter lebte und arbeitete.

Das Wetter gestern regte ihn nicht auf. Gelassen reagierte er mit den Worten darauf: „Nur gar kein Wetter ist schlechtes Wetter.“ Er hatte sich einen Ostfriesennerz übergezogen und vollendete sein kleines Bauwerk kurz vor der Übergabe.

Uwe Walter dankte neben Dr. Helmut Günther und dem Tischlergesellen Völske auch dem Unternehmer Willy Born, dem Unternehmen Prange sowie dem Wirtschaftshof. Georg Völske hat seine Spuren hinterlassen. Auf die Frage, wie er die vergangenen Jahre rückwirkend sieht, sagte er: „Warum soll man für viel Geld ein kleines Grundstück kaufen, wenn man mit weniger die ganze Welt haben kann“ – und winkte zum Abschied.

Von Harry Güssefeld

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