Fast 50 Rabatte für Kurkarteninhaber: Vom Kaffee bis zum ermäßigten Eintritt

Bonusheft: 2006 war Arendsee schon weiter

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Das Bonusheft, wie es 2006 den Besuchern ausgehändigt wurde, die Kurtaxe bezahlt hatten: Die Rabattangebote konnten sich sehen lassen (siehe oben rechts). Aktuell sucht die Stadt nach einer ähnlichen Lösung. Doch Mitstreiter gibt es derzeit keine.

Arendsee. Der Wirtschaftsausschuss des Arendseer Stadtrates tut sich schwer, einen Anreiz für die zu schaffen, die in Arendsee die Kurtaxe bezahlen müssen.

Ein sogenanntes Rabattsystem soll es parallel dazu geben, aber mit der Umsetzung haben die Verantwortlichen so ihre Probleme. Dabei gab es 2006 schon einmal eine Idee, ein Bonusheft, in dem 50 Anbieter in Salzwedel, in Arendsee, in den Regionen Osterburg und Seehausen und sogar bis nach Tangerhütte, aufzulegen.

Die Idee konnte vor elf Jahren umgesetzt werden, weil es dafür Fördermittel gab. Das Heft, das auch die Kurkarte mit beinhaltete, wurde in einer Auflage von 5000 Stück über das Leader Plus Programm gedruckt. Es fanden sich schnell Anbieter, die mitmachen wollten. Denn gegen einen kleinen Obolus war es eine Werbung im Postkartenformat, und das für etwas mehr als ein Jahr.

Die Rabattaktionen waren vielfältig. So gab es zehn Prozent Preisermäßigung auf eine „Queen“-Fahrt, ein Glas Prosecco im „Deutschen Haus“, eine Tasse Kaffee gratis zum Essen im Hotel „Deuschle“ oder auch in den „Seeterrassen“. In Salzwedel boten die Baumkuchenbäcker Nachlässe an. Nur einige, die sich damals beteiligten.

Auffällig ist, dass sich schon damals die Interessen von kreiseigenen Einrichtungen in Grenzen hielten oder gleich Null waren. So ist nachgewiesen, dass das Kreisheimatmuseum, damals unter Führung von Friedhelm Heinecke, auf einen Brief aus der Arendseer Stadtinformation, dem Macher des Heftes, nicht reagierte. Auch die Personenverkehrsgesellschaft (PVGS) antwortete nicht. Somit blieb es überwiegend bei Kleinanbietern, die sich an dem Bonusheft beteiligten.

Die aktuelle Situation, wie gesagt 11 Jahre später, ist in Sachen überregionaler Zusammenarbeit mit Salzwedel ähnlich. Jens Reichardt, Wirtschaftsausschussvorsitzender in Arendsee, hatte sich nach eigenen Angaben bemüht, für Kurkarteninhaber ein Rabattsystem zu schaffen – unter anderem mit der PVGS. Urlauber könnten so in den Genuss einer günstigeren Fahrt in die Region kommen, auch nach Salzwedel, um dort ihr Geld auszugeben. Es gehe ihm auch um die kreiseigenen Museen wie Danneil-Museum und das Heimatmuseum in Diesdorf. Und überhaupt um die generelle Zusammenarbeit mit Salzwedel. Doch es scheint sich nur Jens Reichardt zu bemühen – von Salzwedeler Seite kommt nichts. Doch auch für ein Konzept der Zusammenarbeit zwischen Salzwedel und Arendsee hatte es einmal Fördergelder gegeben. Medienswirksam war es vorgestellt worden, danach passierte nichts. Das Geld war wieder einmal für ein totes Projekt ausgegeben worden.

Die Idee, eine Altmark-Card ähnlich der Harz-Card aufzulegen, sei eine Sache, der sich der Tourismusverband Altmark widmen sollte, ist auch eine Möglichkeit, die in Arendsee diskutiert wird.

Von Harry Güssefeld

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