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Bleiche von Arendseer Gästen als alternative Badestelle genutzt

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Von: Detlef Güssefeld

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Die Bleiche ist eine Veranstaltungsfläche in Arendsee. Besucher haben das Areal mittlerweile auch als Badestelle entdeckt, was sie eigentlich nicht ist.
Die Bleiche ist eine Veranstaltungsfläche in Arendsee. Besucher haben das Areal mittlerweile auch als Badestelle entdeckt, was sie eigentlich nicht ist. © Freier Mitarbeiter

Die Bleiche gehört nicht zu den offiziellen Badestränden wie beispielsweise Schramper Eck, Quelle, Zießau oder der Platz unterhalb des Kriegerdenkmals. Doch auch angesichts der Situation im Strandbad suchen die Mädchen und Jungen, natürlich geführt von ihren Gruppenleitern, nach Alternativen.

Arendsee – Kurz zuvor ist die Bleiche, der Festplatz der Arendseer, noch leer gewesen. Doch binnen weniger Minuten füllt sich das Areal. Rund 50 Kinder aus dem Kinder- und Jugenderholungszentrum (KiEZ) stürmen den Platz mit Stand-Up-Paddling-Brettern und Badesachen. Schnell hat jeder einen Platz gefunden und Handtuch oder Bademantel ausgebreitet. Fertig ist der Badestrand.

Im Strandbad wird Eintritt erhoben, das ist nicht neu und seit Gedenken so. Kritisiert wird die Gegenleistung von Urlaubern generell, erfuhr die AZ. Die Tribüne darf nur im unteren Bereich genutzt werden, die Rutsche und der Wasserspielgarten sind nur noch Relikte aus besseren Zeiten.

Dass das Strandbad betrieben wird und Kosten verursacht, das ist unbestritten. Aber wer nur baden will und die Nähe zum Wasser sucht, scheint eben auf der Bleiche besser aufgehoben zu sein. Es ist billiger.

Was wiederum nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass Badegäste im Strandbad zwar einen weiten Weg zur Toilette nehmen müssen, aber es diese Toiletten gibt – im Gegensatz zur Bleiche. Badegäste müssen sicherlich irgendwann einmal auf eine solche. Unwahrscheinlich, dass sie zurück zu ihrem Urlaubsdomizil rennen. Was die Alternative ist, kann sich jeder ausmalen.

Immer wieder hat die Luftkurort-Arendsee-GmbH erklärt, dass insbesondere die Kinder aus den Ferienlagern ein bedeutender Faktor für die Wirtschaftlichkeit im Strandbad sind. Wenn mal wenig Andrang war, war die Antwort: „Am Nachmittag kommen die Kinder.“

Doch an diesem besagten Tag waren viele Kinder auf der Bleiche. Ein schmaler Weg durchs Schilf ermöglicht den Gang ins Wasser, wenn auch schon weitere Wege bis ins kühle Nass zurückgelegt werden müssen. Scheinbar wird bei vielen Urlaubern der Nachmittag auf der Bleiche einem Besuch im Strandbad vorgezogen.

Die AZ sprach unlängst mit der Geschäftsführerin des KiEZ, Kirsten Hohmeyer. Ob sie wisse, dass Kinder aus dem KiEZ teilweise das Strandbad meiden, wollte die AZ wissen. „Wir haben darauf keinen Einfluss“, erklärte die Chefin. Ihrerseits gebe es den Hinweis, dass Gruppen im Strandbad einen Rabatt erhalten können. Die Gruppenleiter entscheiden aber dann eigenständig, ob sie ins Strandbad oder zu einer anderen Stelle am See gehen. „Wir werden nicht sagen, dass die Kinder an der Bleiche baden können. Denn klar ist, dass es sich um eine illegale Badestelle ohne Rettungsschwimmer handelt“, sagte sie. Aber die Verantwortung in diesem Fall trage der Verantwortliche der Gruppe, nicht das KiEZ. Das Thema Strandbad und damit verbunden die Meinung, es werde dort nicht genügend angeboten, sei im KiEZ äußerst selten angesprochen worden, so Kirsten Hohmeyer.

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