Teichrohrsänger brütet im Schilf / Stadt muss Steg verlängern / Ein Zaun droht

Es bleibt ein Problemsteg: Kreis droht mit Sperrung

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Der Steg war von Schrampe nach Arendsee umgesetzt worden. Der Kreis kritisierte nicht: Statt 36 Metern ist er nur 27 Meter lang. Das störe die Brutvögel, wie den Teichrohrsänger. Wenn nicht verlängert wird, wird der Steg gesperrt. 

Arendsee. Es ist eine neue unendliche Geschichte in Arendsee: Die Geschichte des Steges, der von Schrampe an die Seeterrassen verlegt wurde und nun wieder im Mittelpunkt steht.

Konkret: Das Umweltamt des Kreises hat die Bauausführung kritisiert, und erklärt, dass „der Steg nicht genehmigungskonform“ gebaut wurde. „Es ist so, dass wir den Steg auf 36 Meter in Richtung See aufbauen sollten, aufgrund der technischen Möglichkeiten aber nur auf eine Länge von rund 27 Metern gekommen sind“, so Bürgermeister Norman Klebe gestern auf Nachfrage der AZ.

Der Teichrohrsänger ist besonders geschützt.

„Die Stadt Arendsee hat sich zwischenzeitlich um eine technische Lösung entsprechend der Genehmigung bemüht“, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Das bedeutet: Der Steg soll bis Freitag auf entsprechende Länge gebracht werden, um eine Sperrung der Anlage zu verhindern. Denn: Nach dem 1. April und bis zum 30. Juli wird wegen der Brutzeiten im Schilfgürtel generell verboten, an dem Steg Bauarbeiten auszuführen. Nach Klebe geht es insbesondere um den Teichrohrsänger, der besonders geschützt sei. „Nur wenn eine kurzfristige bauliche Änderung des Steges entsprechend der Genehmigungsfähigkeit nicht erreicht werden kann, muss der Steg aus artenschutzrechtlichen Gründen vorerst gesperrt werden, um eine Benutzung während der Brutzeiten der Vögel im Schilfgürtel zu verhindern“, so heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Das bedeutet aber auch, dass, sollte der Steg verlängert werden, dieser weiter genutzt werden kann. Der Kreis ist der Ansicht, dass dann die Vögel bei ihrem Brutgeschäft nicht gestört werden. „Bei dem kurzen Steg sei nicht genügend Abstand zum Schilfgürtel gewahrt. Deshalb die vorliegende Auflage aus Salzwedel“, erklärte Klebe.

Würde die Stadt die Auflagen in dieser Woche nicht umsetzen, muss die Anlage mit einem Zaun gesperrt werden. Das heißt gegen das Betreten von Land, aber auch gegen das Anlegen vom Wasser aus. Klebe machte gestern deutlich, dass die Arbeiten bis zum Wochenende erfolgreich abgeschlossen werden.

Unterdessen gibt es auch andere Probleme. Anwohner am Seeufer haben erklärt, dass die Steganlage in den vergangenen Tagen enormen Kräften ausgesetzt war – durch den stürmischen Wind haben die Wellen der Anlage zu schaffen gemacht und wieder auf die Seitenausleger gedrückt, dass die Standsicherheit gerade noch gewährleistet blieb.

Der Steg war von Schrampe an die Seeterrassen unterhalb des Museums verlegt worden. Um den Forderungen des Fördermittelgebers zu entsprechen, wurde er repariert.

Von Harry Güssefeld

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