Auch Menschen gefährdet

Vorfälle an der Ostsee lassen in Arendsee aufhorchen: Blaualgen können Hunde töten

Blaualgen sind gefährlich – für Menschen und nachweislich auch für Tiere. Foto: Güssefeld
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Blaualgen sind gefährlich – für Menschen und nachweislich auch für Tiere. Foto: Güssefeld

Arendsee – Die Blaualgen, die sich im Sommer ab und zu im Arendsee sehen lassen, werden unterschiedlich bewertet: Manche, vor allem Arendseer, sehen darin nichts Ungewöhnliches.

Allein die Tatsache, dass das Baden eingeschränkt wird, macht die Sache unangenehm, vor allem in dem Tourismusort. Fachleute und Wissenschaftler aber, die seit Jahrzehnten am Arendsee forschen und gebetsmühlenartig feststellen, dass zu viel Phosphor im See liege, was die Algen befördere, wollen den See sanieren. Ihre Hilferufe aber verstummen scheinbar vor den Türen der Verantwortlichen.

Doch Nachrichten von der Ostsee lassen erkennen, welche Gefahren für Mensch und Tier in Gewässern lauern, die von Blaualgen befallen sind. So wurde bekannt, dass drei Hunde nach dem Genuss des Ostseewassers verendet sind. Es sei unbestritten, dass der Tod der drei Hunde mit dem Blaualgenaufkommen in der Ostsee im Zusammenhang stehe. Wie berichtet wurde, konnte den betroffenen Tieren, nachdem sie Vergiftungserscheinungen aufgewiesen hatten, auch in der Tierklinik Rostock nicht mehr geholfen werden. Die Blaualgen in der Ostsee und auch im Arendsee vermehren sich bei starker Hitze. Erkennbar sind die Algen, auch Cyanobakterien genannt, daran, dass das Wasser trüb ist und muffig riecht. Zumeist sind blaugrüne Schlieren zu sehen.

Verendete Hunde sind im Zusammenhang mit Blaualgen am Arendsee nicht bekannt. Dennoch sollten die Hundebesitzer vorsichtig sein, raten die Tiermediziner im Zusammenhang mit den an der Ostsee bekannten Fällen. Neu sind die Todesfälle bei Hunden nicht, schon 2013 hatte man in Niedersachsen, am Steinhuder Meer, über den Tod von zwei Hunden im Zusammenhang mit Blaualgen berichtet.

Treten in Arendsee im Strandbad Blaualgen auf – aktuell ist das Wasser aber algenfrei und klar – wird seitens der Luftkurort-GmbH eine Warnung herausgegeben. Das Baden ist dann im Bereich des Strandbades verboten. Tiere haben dort keinen Zugang. Doch die Blaualgen finden sich oft nicht nur am Strand, sondern auch im Bereich Schrampe oder Zießau. Dort gibt es keine Warnhinweise – die Menschen müssen allein wegen des sichtbaren Algenaufkommens entscheiden, was sie tun wollen. Doch es scheint nicht aus der Luft gegriffen, dass Menschen, vor allem Ältere und Jüngere, gefährdet sind – und wie die Ostsee-Vorfälle zeigen, auch Hunde.

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