Bürgerinitiative sieht das Versagen bei Politik und Gerichten

Binde: „Zu viel Gülle ist wie Krebsschaden“

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Gülle, im Rahmen angewandt, ist ein guter Dünger. Aber durch die Massentierhaltung wird sie zu Gift.

Binde – „Die Verantwortlichen in Berlin wollen die Gülleausbringung in geordneten Bahnen – aber sie genehmigen weiterhin große Tieranlagen. Welch ein Schwachsinn, welch ein Widerspruch“, so Petra Hennigs von der Bürgerinitiative Binde.

Im Gespräch mit der Altmark-Zeitung bezog sie sich gestern unter anderem auf die Erweiterung der Anlage in Wasmerslage, die von der kommunalen Verwaltung und Bürgern nicht gewollt war.

Aber trotzdem kommt. „In diesen Anlagen fällt so viel Gülle an, dass die Böden ringsum über Gebühr belastet werden. Wer dennoch meint, mit Sprüchen die Menschen zu beruhigen, der versündigt sich an der Natur und auch an den Menschen, die in den Regionen leben“, so die engagierte Frau aus Binde.

„Es könne nur soviel Gülle ausgebracht werden, wie die Pflanzen auch vertragen“, hatte man Petra Hennigs im Landratsamt auf Nachfrage erklärt. Doch wo sollen die Mengen Gülle denn hin, fragt sie sich. Die Gülle führt zu einem „Krebsschaden“ an der Natur. Hinter vorgehaltener Hand werde über zusätzliche Gülle auch aus Holland geredet.

Petra Hennigs glaubt, dass niemand in den verantwortlichen Positionen wisse, was eigentlich auf den Feldern entsorgt wird. Nachts, wenn sich die Riesenmaschinen auf den Weg der altmärkischen Felder bewegen und der Güllegestank in die Schlafzimmer kriecht. Luftkurort Arendsee einmal anders – es scheint ihr, dass der Kampf gegen die übermäßige Gülleausbringung seitens der Behörden längst aufgegeben wurde.

Auch die Verpächter der Flächen sind die Gelackmeierten. Denn keiner von ihnen kann Einfluss darauf nehmen, wie viel Gülle ausgebracht wird. Das Eigentum könnte nach Ablauf der Pacht und Rücknahme durch den Besitzer durch die Gülle gelitten haben.

„Die BI wird nicht müde, immer wieder den Daumen in die Wunde zu legen. Wir hoffen, dass das Gericht gegen die nachträglich genehmigten Schwarzbauten der Binder Schweineanlage, damit zu viele Schweine und zu viel Gülle, Recht spricht“, sagt Hennigs. Die Klage der Stadt gegen das Landesverwaltungsamt beim Verwaltungsgericht sei seit vier Jahren anhängig. „Es wird verschleppt und verzögert“, sagt sie. Aber nachgeben werde man auf keinen Fall.

VON HARRY GÜSSEFELD

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