Frau aus Binde sucht Hilfe

„Ich möchte meine Pferde behalten“

Gisela Schmidt mit ihren beiden Pferden Wodi und Panima in Binde.
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Gisela Schmidt gestern mit ihren Pferden Wodi und Panima auf der Weide in Binde.

Sie sind fröhlich, die beiden Pferde hinter dem Neubaublock in Binde. Doch Halterin Gisela Schmidt ist traurig. Sie ist Rentnerin, bekommt eine kleine Rente, aber sie hatte sich immer mit Gesundheitsseminaren ein kleines Zubrot verdient.

Binde – Menschen mit Problemen, meist psychologischer Art, ließen sich von Gisela Schmidt aus Binde helfen. Doch angesichts der Corona-Pandemie sind die Seminare nicht mehr möglich. Und weil es so ist, fehlt auch das Geld. Geld, das aber dringend notwendig ist, um ihre beiden Pferde zu unterhalten. Warum trennt sich die Frau nicht einfach von ihren Tieren? „Diese Frage ist mir oft gestellt worden. Aber ich bin nicht in der Lage, die beiden Tiere, die ich seit 18 Jahren habe, einfach in andere Hände oder noch schlimmer zur Schlachterei zu geben“, erzählt die 67-Jährige. „Das würde ich nicht tun.“

Bei den Tieren handelt es sich um den Wallach Wodi (22 Jahre alt) und Stute Panima (24 Jahre alt), die auch manchmal in die Seminare mit eingebunden wurden. Doch das ist nicht vordergründig. Die beiden Pferde sind ihre Freunde, ihre Begleiter, ihre Familie. „Ich möchte sie behalten, aber das funktioniert nur, wenn ich Hilfe bekomme“, erzählt die Frau, die seit gut eineinhalb Jahren im Binder Wohnblock wohnt und sich freut, dass sie in unmittelbarer Nähe eine Weide und einen Stall pachten konnte. „Wenn es nicht so dringend wäre, würde ich nicht um Hilfe bitten“, versucht sich Gisela Schmidt zu entschuldigen. Sie würde sich über Futterspenden freuen. Dass auch eine Tierarztrechnung von rund 200 Euro fällig ist, erwähnt sie am Rande. Sie weiß, dass es viele kleine und große Geschichten über Corona und die Folgen gibt. „Manche fragen sicherlich: Warum hat sie die Tiere noch? Aber ich sage noch einmal, ich kann mich nicht trennen“, sagt sie und wird nachdenklich. Sollte Corona mal kein Thema mehr sein, werde sich die Situation hoffentlich wieder verbessern.

Menschen, die sich mit Gisela Schmidt in Verbindung setzen wollen, können das unter anderem über das Telefon tun: (01 76) 51 162 246. Die Frau wohnt in Binde 53 b, im besagten Wohnblock. Beim Foto mit den beiden Tieren wird einmal mehr deutlich: Das Trio ist unzertrennlich. Trotz aller Probleme, die zu lösen sind.

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