Petra Hennigs geht weiterhin von einer Schließung der Schweineanlage aus

BI Binde fordert: „Landkreis muss mehr Mut beweisen“

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Die Schweineanlage in Binde. Zwar ist das Tierhaltungsverbot gegen Straathof ausgesetzt worden, doch die BI in Binde hofft auf das Hauptsachverfahren. Unterdessen wird wieder Kritik am Landratsamt Salzwedel laut.

Binde. Dass das Tierhaltungsverbot gegen Straathof, ausgesprochen vom Landkreis Jerichower Land, vom Oberverwaltungsgericht Magdeburg ausgesetzt wurde, liege auch daran, dass viele Landkreise keinen Mut beweisen, die Verfehlungen des Schweineproduzenten Straathof umfassend zu dokumentieren.

Dass das Tierhaltungsverbot gegen Straathof, ausgesprochen vom Landkreis Jerichower Land, vom Oberverwaltungsgericht Magdeburg ausgesetzt wurde, liege auch daran, dass viele Landkreise keinen Mut beweisen, die Verfehlungen des Schweineproduzenten Straathof umfassend zu dokumentieren. „Nur mit umfassendem Material sind die Gerichte auch zu beeindrucken“, sagte Petra Hennings von der Bürgerinitiative Binde gestern gegenüber der AZ. Das Tierhaltungsverbot sei nicht aufgehoben, und so hoffen die Mitglieder der BI Binde auf das Hauptsachverfahren. „Ich bin enttäuscht, dass auch unser Altmarkkreis nicht konsequent das Anliegen des Landkreises Jerichower Land unterstützt, obwohl schon einige Bußgelder wegen tierschutzrechtlicher Verstöße in Binde ausgesprochen wurden“, so Hennigs. Sie vermisse Aktivitäten des Veterinäramtes. „Die Aussetzung des Tierhaltungsverbotes scheint den Grund zu haben, dass einige Behörden Angst haben, sich dem Großindustriellen in den Weg zu stellen“, sagte die Binderin.

Als bezeichnend für das Versagen der Politik beschrieb sie eine Situation während eines Gespräches im Landratsamt am 11. November 2014. „Auf die Frage an eine Vertreterin des Straathof-Imperiums, warum das Unternehmen ständig gegen Gesetze verstoße, bekam ich die Antwort, dass solange die Politik Derartiges zulasse, es auch ausgenutzt wird“, erklärte das Mitglied der BI. Und weiter: „Es ist gut, dass es solche Menschen wie Landrat Steffen Burchhardt gibt, der sich auch weiterhin gegen Straathof wehren will.“

In Salzwedel gehe man halbherzig mit dem Thema um. Man habe den Eindruck, man wolle nichts tun, und alles so laufen lassen. Bei allen Fällen wie Schwarzbauten und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. „Unterstützung unserer Bemühungen, auch im Hinblick auf die Sorgen der Binder Einwohner, sieht anders aus“, meint Petra Hennigs. Frustriert sei sie nicht. Sie und ihre Mitstreiter hoffen auf das Hauptsachverfahren und weitere mutige Landkreise, die dem Treiben Straathofs ein Ende setzen, hieß es.

Von Harry Güssefeld

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