Ercan Topal setzt nicht mehr auf Abrisswünsche der Stadt und will 2018 loslegen

Besitzer kündigt Blocksanierung an

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Diskussionen um leer stehende Wohnblöcke an Schul- und Ackerstraße sowie Dessauer Worth gibt es seit Jahren. Der Besitzer kündigte gegenüber der AZ an, 2018 sanieren zu wollen.

cz Arendsee. Ercan Topal, Besitzer von vier Neubaublöcken aus DDR-Zeiten, die derzeit leer stehen, kritisiert die Einheitsgemeinde Arendsee. Bei möglichen Abrissplänen sei von der Kommune nicht das eingehalten worden, was verabredet war.

Dabei geht es um finanzielle Aspekte und Fördermittel. Seitens der Verwaltung wurde hingegen immer wieder moniert, dass der Besitzer nicht mitmachen wolle. Ercan Topal hat nun andere Pläne. Er will die Wohnungen in allen vier Blöcken 2018 wieder herrichten lassen. Dafür seien 800.000 Euro nötig. Auch in Sachen spielende Kinder und Vandalismus übt er Kritik.

Ziel: Neues Leben in alten Blöcken

Eigentümer will 2018 sanieren statt abreißen

Ercan Topal (vorne r.) 2007 an seinem Wohnblock Ackerstraße. Damals wurde entrümpelt und mit dem Sanieren begonnen. Doch jahrelange passierte nichts, die Stadt favorisiert den Abriss.

Der Fall, bei dem ein Kind von einer herabfallenden Fensterscheibe an einem leer stehenden Wohnblock verletzt wurde (März 2015) lässt Ercan Topal nicht los. Der Hauseigentürmer erklärte, dass die Verfahren inzwischen eingestellt worden sein und verwies auf die Sorgfaltspflicht von Eltern. Niemand habe sich an oder in den Gebäuden aufzuhalten, so der Unternehmer. Ercan Topal meldete sich gestern bei der Altmark-Zeitung und nahm auch Stellung zu seinen Zukunftsplänen. Er bezieht sich auf einen AZ-Artikel vom 17. Oktober. Darin erklärte Bürgermeister Norman Klebe, dass ein Abriss der vier Gebäude derzeit nicht machbar sei, weil es keine Einigung mit dem Besitzer gebe und Angebote sowie Vermittlungsversuche bisher zu keinem Ergebnis führten.

Ercan Topal sieht das anders. Er kann und könne sich auch noch grundsätzlich vorstellen, dass die maroden Blöcke verschwinden. Allerdings seien die Preisvorstellungen der Kommune seiner Ansicht nach nicht realistisch. Für 400 000 Euro könne ein kompletter Abriss realisiert werden. Neben den eigentlichen Gebäuden müssten auch Ver- und Entsorgungsleitungen in der Erde rückgebaut werden. Er vermisse von der Kommune, dass die Ankündigungen auch tatsächlich umgesetzt werden: „Ich warte seit Jahren vergeblich darauf.“

Ercan Topal sei auf die Gebäude nicht angewiesen, will wie er gestern betonte, aber auch keinen Verlust machen. Einen weiteren Verfall sei für ihn keine Option. Stattdessen kündigte der Eigentümer am Telefon an, im nächsten Jahr investieren zu wollen.

Alle vier Wohnblöcke am Dessauer Worth, der Schul- und Ackerstraße sollen wieder bezugsfertig werden. Und zwar für insgesamt rund 800 000 Euro. Die Finanzierung stehe, erklärte der Unternehmer und verwies darauf, dass er 2007 bereits angefangen habe. Damals wurde der Block an der Ackerstraße entrümpelt und mit dem Sanieren begonnen. Ercan Topal beklagte, dass damals allerdings etliche Bauteile wieder ausgebaut wurden und es nie zu bezugsfertigen Wohnungen kam. Nach einer überstandenen Krankheit will er nun, falls zu keiner Abrisseinigung mit der Kommune komme, die Pläne umsetzen.

Von Christian Ziems

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