Das ärgert den Rademiner Rat

Beschilderung am Weg Rademin-Kassuhn: Plötzlich darf keiner mehr durch

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Verkehrsverbot für Fahrzeuge aller Art: Das Zusatzschild „Frei für Anlieger“ fehlt.

Rademin – Die landwirtschaftlichen Wege, auch in der Region Arendsee, werden immer wieder als Abkürzung zwischen den Orten genutzt. Schnell mal drauf und hoffen, dass niemand dasteht, der dafür Geld abknöpft.

Denn: Es wissen alle, dass die Wege im Normalfall nur von Anliegern genutzt werden dürfen, die mit ihren landwirtschaftlichen Maschinen die Felder erreichen wollen.

In Rademin ist es nun ganz verrückt: Der landwirtschaftliche Weg zwischen Rademin und Kassuhn, eine sehr gute Piste für die schnelle Verbindung zwischen den beiden Orten, darf, so die aktuelle Beschilderung, nur von Fußgängern genutzt werden. Das Schild „Verkehrsverbot für Fahrzeuge aller Art“ zeigt ganz klar: Selbst Fahrräder müssten geschoben werden.

Das ärgert den Rademiner Rat. Ortsbürgermeister Eckhard Kamieth hatte jüngst der AZ erzählt, dass man mit dem derzeitigen Zustand nicht leben will. Denn: Man wisse nicht, wer die Zusatzzeichen abmontiert habe, die erlauben, dass Grundstücksbesitzer dort entlangfahren dürfen. „Wenn es so ist, wie es ist, dann dürfen sogar die Besitzer der Äcker dort nicht fahren“, sagte Eckhard Kamieth gestern auf erneute Nachfrage.

Eine generelle Regelung wurde einst vom Ordnungs- und Sicherheitsausschuss des Arendseer Stadtrates gefordert und eine diesbezügliche Bearbeitung der Verwaltung in Aussicht gestellt. Doch dann kam die Antwort: Die Wege können nicht für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden, weil die Verkehrssicherungspflicht nicht garantiert werden kann – allein wegen der geringen Breite der Wege.

Auf Nachfrage der AZ bei der Polizei wurde gestern klar, dass die Beschilderung der Wege das Handeln der Beamten beeinflusst. Heißt in dem Fall Rademin: Wenn ein Traktorfahrer auf dem Weg zum eigenen Feld dort angetroffen wird, droht ihm ein Verwarngeld. Sicherlich paradox, aber die Kommune ist für die Beschilderung verantwortlich. Wer auch immer diesen Zustand zu verantworten hat: Im Sinne der Bürger sollten die Schilder vernünftigerweise erweitert oder geändert werden.

VON HARRY GÜSSEFELD

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