Familie Schürmann in Genzien fragt nach – und fordert Transparenz

Wer bekommt warum den Kunst- und Kulturpreis?

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Lutz und Margot Schürmann fragen, welche Voraussetzungen für den Kunst- und Kulturpreis vorliegen müssen. Für sie ist die Nominierung eine „Entscheidung nach Aktenlage“. 

Arendsee. Es gibt ihn in jedem Jahr – und die Preisträger werden gefeiert: Der Kunst- und Kulturpreis muss gemäß der Hauptsatzung der Stadt vergeben werden.

Die bisherige Praxis: Die Bürger geben Vorschläge ab und eine Jury, in diesem Fall der Sozialausschuss des Arendseer Stadtrates, entscheidet über die Vergabe. Hinter verschlossenen Türen. Und das kritisiert die Familie Schürmann in Genzien. Auch deshalb, weil immer wieder auch die Familie vorgeschlagen wurde, aber sie nie eine Chance hatten, diesen Preis zu bekommen. „Seit zwölf Jahren nehmen wir an der Aktion des Tourismusverbandes ,Private Gärten öffnen ihre Pforten’ teil. Da unsere Anlage immer von sehr vielen Besuchern frequentiert wird, wurde von vielen Gartenbesuchern immer häufiger der Gedanke laut, uns für den Kunst- und Kulturpreis vorzuschlagen“, heißt es in einem Brief der Familie Schürmann an den Stadtratsvorsitzenden Dieter Bolle.

Und weiter: Auch in den vergangenen Jahren hatte man die Anlage Schürmann vorgeschlagen und es hätten sich auch dadurch Fragen ergeben. „Wie verfährt das Gremium des Sozial- und Kulturausschusses bei der Beurteilung der einzelnen Vorschläge? Werden die möglichen Preisträger persönlich aufgesucht, um sich ein Bild von der jeweiligen Bewerbung zu machen, oder wird am Runden Tisch nach Aktenlage entscheiden?“, heißt es weiter in dem Brief. Schürmanns hatten sich gewundert, dass, trotzdem sie vorgeschlagen wurden, noch nie besucht worden waren.

Immer wieder war seitens der Stadt betont worden, dass es vor allem kulturelles, aber auch ehrenamtliches Engagement zu honorieren gelte. Eine Gartenanlage sei keine ehrenamtliche Geschichte – doch Lutz Schürmann hat seine eigene Auffassung dazu. „Ehrenamt ist nicht identisch mit Kultur. Deshalb schlage ich vor, dass eine Person des Ehrenamtes gekürt und zudem ein Kunst- und Kulturpreis vergeben wird“, sagte er gestern im Gespräch mit der AZ. Und dass immer Ehrenamtliche ohne Zuwendungen auf der Bühne stehen, stimme nicht: Es gab auch schon Preisträger, die jahrelang ein Honorar für ihre Tätigkeit erhalten hatten, wie die Recherche der AZ ergab.

Familie Schürmann möchte erreichen, dass die Vergabe des Kunst- und Kulturpreises in Zukunft transparenter gestaltet wird. Die Modalitäten, die Bewertung der Bewerbung – wie auch immer – interessieren Lutz und Margot Schürmann sehr. „Um das Gefühl zu verlieren, Schürmanns seien von vornherein außen vor gelassen“, wie es gestern in Genzien hieß. Die Anlage in Genzien ist am kommenden Sonntag ab 10 Uhr im Rahmen der „Gärten im Advent“ bis 16 Uhr geöffnet – eine Aktion des Tourismusverbandes.

Von Harry Güssefeld

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