Großer Einsatz, wenig Wasser

Beim Brand in Thielbeer gab es offenbar Probleme mit dem Nachschub

Feuerwehreinsatz beim Scheunenbrand in Thielbeer
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Schläuche liegen auf der Straße, im Hintergrund wird mithilfe der Drehleiter aus Salzwedel von oben gelöscht. Beim Brand in Thielbeer musste viel Wasser von woanders geholt werden, weil es vor Ort nicht genug gab.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Es ist ein schwieriger und vor allem langer Einsatz gewesen. Die Löscharbeiten beim Scheunenbrand in Thielbeer zogen sich von Sonntagabend bis Montagmorgen hin. Mindestens 150 000 Liter Wasser wurden benötigt, um die Flammen in den Griff zu bekommen, hat Arendsees Ortswehrleiter Robert Katke im Nachgang überschlagen.

Thielbeer / Arendsee – Was der Einsatzleiter ebenfalls erwähnt: Etwa ein Drittel davon musste erst mühsam durch einen Pendelverkehr aus Sanne und Kläden herangeschafft werden, weil die Wasserversorgung vor Ort in Thielbeer dem Bedarf nicht gewachsen war. Bis morgens lief der Einsatz der Wehren, sagt Katke. Und: Mit genügend Wasser wäre es wahrscheinlich deutlich schneller gegangen. Dass der Einsatz dennoch funktionierte, sei nur durch mehrmaliges Umplanen der Reserven möglich gewesen.

Dieser jüngste Großbrand zeigt ein seit längerer Zeit offensichtliches Problem in der Einheitsgemeinde Arendsee auf: Die Wasserversorgung hakt in einigen Orten. Thielbeer stand dabei bislang nicht im Fokus, reiht sich aber offenbar in die Liste ein.

Die Arendseer Politik hatte sich erst vor wenigen Wochen wieder intensiv mit der Problematik auseinandergesetzt. Der Löschteich in Kleinau sei nicht einsatzfähig, hieß es zum Beispiel. Auch in Ritzleben funktioniere die Versorgung im Ernstfall nicht. Molitz, Störpke und Fleetmark seien weitere Orte mit sorgenvoller Situation. Schernikau, Lüge und Kerkau stünden bereits auf der Liste für Brunnen.

Die Verwaltung hat insgesamt sieben Löschwasserentnahmestellen beantragt. Sie hofft auf 80-prozentige Förderung. Auch die Zusammenarbeit mit Landwirten, die Wasser bereitstellen könnten, ist eine weitere Möglichkeit.

Zurück zum Scheunenbrand in Thielbeer: Die Arendseer Feuerwehren rückten mit rund 11 600 Litern Wasser an; die Salzwedeler Truppe brachte später noch selbst Löschmittel mit.

Weil die Trinkwasserleitungen nicht genug für alle Schläuche hergaben, wurden weitere Quellen erschlossen. Doch eine Entnahmestelle in Thielbeer habe nur eine halbe Stunde durchgehalten; bei einer anderen sei schon nach zehn Minuten nichts mehr gegangen, rekapituliert Einsatzleiter Katke. So kam es zum erwähnten Pendelverkehr nach Sanne und Kläden. Damit die Drehleiter kontinuierlich von oben löschen konnte, weil sie laut Katke den größten Löscheffekt habe und damit bevorzugt versorgt werden musste.

Am Ende zahlte sich der nächtliche Aufwand immerhin aus: Der Scheunenbrand in Thielbeer griff nicht auf benachbarte Gebäude über.

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