Sachsen-Anhalts Wellenbrecher

Baureste im Arendsee sorgen bei Betrachtern für Kopfschütteln

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Der Bereich am einstigen Wellenbrecher ist öffentlich zugänglich und erinnert mit etwas Fantasie an ein unordentliches Baulager. Dort liegen zusammengerollte Zaunteile aus Metall und Kunststoff, die an morschen Pfeilern befestigt sind sowie weitere lose Holzteile und zahlreiche Steine.

Arendsee – Reste von Zaunteilen aus Metall sowie Kunststoff direkt neben dem Schilfgürtel – der nicht nur vom Kreis-Umweltamt als schutzwürdig angesehen wird.

Sie befinden sich nahe des Klosterbereiches an einem Projekt des Landes Sachsen-Anhalt, der Eigentümer der „blauen Perle“ ist.

Unbekannte haben dem neuen Strand mit einem Bibel-Text bereits einen eigenen Charme gegeben.

Mit Wellenbrechern sollte vor über zehn Jahren die Uferkante am Seeweg geschützt werden. Sie entstanden einst in Verantwortung des Landesamtes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, dessen Vertreter sich gegenüber der AZ direkt nach einer jüngsten Kontrollfahrt zum Arendsee nicht äußerten.

Offensichtlich ist, dass sich die Ausgangslage geändert hat. Die Trockenheit sorgt seit geraumer Zeit für einen geringen Wasserstand, rund um den „Brecher“ bilden sich neue Strände, auf dem sich Sonnenhungrige gerne niederlassen. Sie müssen mit den Rudimenten der Konstruktion leben, die über Jahre nicht erhalten wurden und zur Gefahr werden könnten. Denn die dort liegenden Metallteile haben spitze Bereiche, an denen zum Beispiel Tiere, die im angrenzenden Schilf leben, hängen bleiben und sich verletzen könnten. Zudem wird deutlich: Plastikmülle-Probleme gibt es offensichtlich nicht nur in Meeren, sondern auch in kleineren Gewässern. Verstörend auf Spaziergänger wirken zudem aus dem Sand ragende Holzteile, die kaum an einen Wellenbrecher erinnern.

Wenige Meter weiter in Richtung Badestelle „Quelle“ gibt es ein ähnliches Bild. Dort hat sich ebenfalls ein Strand gebildet, aufgeschüttete Steine wirken fehl am Platz. Auch sie dienten einst als Wellenbrecher. Inzwischen wurden einige entfernt, in der Mitte befindet sich ein Loch. Durch dieses kann der Wasserbereich erreicht werden. Der marode Zustand an beiden „Brechern“ des Landes Sachsen-Anhalt lässt sich seit Monaten und zum Teil Jahren beobachten.

Regelmäßig gibt es auf der „blauen Perle“ mit dem Schiff „Queen Arendsee“ Kontrollfahrten. Mit dabei sind Vertreter der Stadt Arendsee, des Altmarkkreises Salzwedel und des Landes Sachsen-Anhalt. Beteiligte Gremien wurden in der Vergangenheit nicht müde, im Nachgang zu veröffentlichen, dass der Arendsee eine hohe naturschutzrechtliche Bedeutung hat – so wie im Verwaltungsbericht des Altmarkkreises Salzwedel vermerkt.

Alle Beteiligten wollen sich für die Natur einsetzen. Einwohner und Gäste sollen sich an Vorschriften halten, zum Beispiel den Schilfgürtel nicht betreten. Auch Anlieger, die nicht bauen dürfen, sind betroffen (wir berichteten). Zudem sollen sie Baureste aus dem Wasser an ihren Grundstücken entfernen, wie die AZ erfuhr, während sich an dem Zustand der Wellenbrecher des Landes bislang nichts geändert hat.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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