Hohe Nachfrage trifft auf knappe Ressourcen

Bauen in Arendsee eine begehrte Sache

Die Wohnungsgenossenschaft Seehausen lässt an der neuen Straße Hinterm Kirchhofe ebenso neue Häuser und Carportanlagen bauen.
+
Die Wohnungsgenossenschaft Seehausen lässt an der neuen Straße Hinterm Kirchhofe ebenso neue Häuser und Carportanlagen bauen. Die Nachfrage nach weiteren Bauplätzen in Arendsee ist laut Bürgermeister Klebe vorhanden.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
    schließen

Jahrelang sei das Bauland in Zießau wie sauer Bier angeboten worden (Quadratmeterpreis: 28 Euro), sagt Arendsees Bürgermeister Norman Klebe rückblickend. Kaum einer habe sich dafür interessiert. Doch der Dornröschenschlaf scheint vorbei zu sein – Grundstück um Grundstück ist in den vergangenen Jahren nördlich des Sees weggegangen. Nun wollen sich die Verantwortlichen in der Einheitsgemeinde Gedanken machen, wie es weitergeht, wenn alles voll ist.

Arendsee – Stadtchef Klebe bringt das seit einigen Jahren diskutierte Brachflächenkataster wieder ins Spiel. Die Grundidee dahinter: Auf einer Plattform werden unbebaute Flächen und alte Immobilien aufgelistet. Kaufinteressenten könnten so ein für sie interessantes Objekt erwerben. Das Ganze funktioniert sowohl mit kommunalen Flächen als auch mit privaten.

Öffentliches Bauland sei in Arendsee mittlerweile ein knappes Gut, so Klebe. Privater Besitz mache den größten Anteil aus. Auf der Internetseite der Stadt wird außer dem nun offenbar ausverkauften Baugebiet in Zießau kein weiteres angezeigt.

Dennoch hatten es frühere Versuche eines Brachflächenkatasters schwer in der Einheitsgemeinde. 2015 lehnte der damalige Stadtrat mehrheitlich ab. Wer ein solches Instrument brauche, dessen Liegenschaftsdienst funktioniere nicht, hatte beispielsweise Alt-Bürgermeister Klaus Führ (Linke) gegen das Vorhaben gewettert.

In Arendsee selbst wird derzeit dennoch an einigen Ecken gebaut. Die Wohnungsgenossenschaft Seehausen lässt aktuell drei Doppelhäuser (5 a bis 5 c) in der Innenstadt, an der Straße Hinterm Kirchhofe, errichten. Dazu fünf Carportanlagen für je zwei Fahrzeuge.

Ein paar hundert Meter weiter in Richtung Osten, am Weinbergweg, entstehen ein Mehrfamilien- und ein Doppelhaus (Hausnummern 3 bzw. 1 a und 1 b). Die Baugenehmigungen dafür wurden im September 2020 erteilt.

Es wäre sogar noch mehr Bauland in Zentrumsnähe vorhanden. Doch da stehen noch die alten, maroden Wohnblöcke der Schulstraße. Platz für 15 bis 20 Eigenheime stellte sich Norman Klebe im Jahr 2018 vor. Mit dem Eigentümer ist in dieser Zeit über einen Abriss der Blöcke gesprochen worden. Wie jeder sehen kann: Passiert ist letztlich nichts.

Dabei wäre Bedarf vorhanden: Die Verwaltung verzeichne eine Nachfrage von Auswärtigen aus Ballungsräumen, so Klebe, die einen Zweitwohnsitz suchen oder sich ganz in der Altmark niederlassen wollen. Darunter nicht nur Rentner und Frühpensionäre, sondern auch jüngere Menschen, die die Natur, gute Kitas und günstige Preise genießen wollen. „Damit können wir in letzter Zeit gut punkten“, unterstreicht Norman Klebe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare