1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Arendsee

Bauausschuss stellt Zühlen-Solarpark-Projekt vorerst zurück

Erstellt:

Von: Jens Heymann

Kommentare

Photovoltaik Solaranlage in Brandenburg
Blauer Himmel, sonnenhungrige Solarparks: Arendsee kann sich seit einiger Zeit vor Anfragen kaum retten. Doch nun soll erst einmal ein Konzept her, in dem alle wichtigen Rahmenbedingungen festgeschrieben werden. © Patrick Pleul / DPA

Auf Bundesebene wird beim Ausbau von erneuerbaren Energien verstärkt Druck gemacht – in Arendsee geht es vor allem darum, dem Investorenansturm Herr zu werden und ein Solarpark-Konzept zu entwickeln. Letzteres ist offenbar durch einen Planer in Arbeit – so war es nun bei verschiedenen Gelegenheiten aus der Stadtverwaltung zu hören.

Arendsee – Das Papier könnte im Mai vorgestellt werden, blickte Arendsees Bürgermeister Norman Klebe im Bauausschuss am Dienstag im Rathaus voraus. Dass es in einer großen Runde geschehen soll, unterstreicht die Bedeutung, die der Sache beigemessen wird. Nicht zuletzt deshalb, weil ohne Rahmenplan keine Anlage mehr durch die höheren Genehmigungsbehörden gehe, hieß es.

Deshalb entschied sich der Bauausschuss auch mehrheitlich dafür, ein aktuelles Photovoltaikprojekt (11,5 Hektar) westlich von Zühlen erst einmal zurückzustellen, bis ein Regelwerk vorhanden ist. Die Alternative wäre gewesen, bis auf Weiteres so weiter zu verfahren wie bisher.

Grobe Eckpunkte eines generellen Solarparkplans (als gesamträumliches Konzept bezeichnet) sind bereits auszumachen. So dürften Flächen an Bahnlinien und Konversionsflächen (beispielsweise alte Deponien) als Vorrangflächen definiert werden. Der Rest soll anhand von Parametern bestimmt werden – Abstand zur nächsten Siedlung, Sichtachsen, Größe, Naturschutz usw. Die Gesamtfläche soll bei maximal 700 Hektar liegen.

Auch Bodenpunkte, also die Güte von landwirtschaftlich genutzten Flächen, werden hierbei immer wieder ins Spiel gebracht. Wobei es Meinungen im Arendseer Stadtrat gibt, diese Entscheidung weniger ins öffentliche Interesse, dafür mehr in die Verantwortung der Flächeneigentümer zu schieben.

Für einiges Erstaunen nicht nur im Bauausschuss sorgte die Information, dass Flächeneigentümer quer durch die Einheitsgemeinde angeschrieben worden seien, ob sie ihr Land für Photovoltaik zur Verfügung stellen würden. 173 Personen sollen es sein; rund 35 Prozent von ihnen hätten dem Rathaus mittlerweile geantwortet, hieß es im Bauausschuss.

Das wird unter den Arendseer Stadträten zum Teil sehr kritisch gesehen, wie die AZ erfahren hat. Ein vorgebrachtes Argument: Solche Eigentümer-Informationen, die einer Akquise vorgreifen, hätten nichts mit einem allgemeinen Regelwerk zu tun.

Auch interessant

Kommentare