Anne Seidler aus Oberfranken wohnt und arbeitet auf Zeit in der Seestadt

Aus Bamberg ins beschauliche Arendsee

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Anne Seidler (v.l.) kommt aus Bamberg und wird für vier Wochen ein Praktikum in Arendsee absolvieren. Mit Ivonne Ritter-Findeisen und Marion Gerle hat sie in der Touristinformation zwei Ansprechpartner.

Arendsee. Dass eine junge Frau, eine Studentin aus Bamberg, für vier Wochen ihren Wohnsitz von Oberfranken nach Arendsee verlegt, um ihre Bachelor-Arbeit zu schreiben, ist schon ungewöhnlich. Aber für Anne Seidler aus Bamberg sei es ein Herzenswunsch, in der Altmark zu sein.

„Die Beziehung zu dieser Gegend entspringt eigentlich der Geschichte meiner Uroma. Sie hatte ein Seegrundstück, das wir nun geerbt haben“, erzählt sie der Altmark-Zeitung. Ein Seegrundstück, so richtig am Wasser, eine Immobilie, nach der sich die Arendseer die Finger lecken.

Und weil sie sich auch deshalb für die Region interessierte, kam ihr die Idee, einen Aufenthalt in Arendsee mit dem Schreiben der Bachelor-Arbeit zu verbinden. Und damit alles noch perfekter schien, bewarb sie sich um ein Praktikum in der Touristinformation. Nun wohnt die 22-Jährige vier Wochen in Arendsee, arbeitet dort, wo Tourismus gemacht wird und schreibt ihre Arbeit über „Fördermechanismen im Bereich Tourismus und speziell für Arendsee.“ „Ist das nicht etwas trocken?“, will die AZ wissen. „Nein, ganz und gar nicht“, sagt die Bambergerin. Das Thema erfordere, sich mit einzelnen Bereichen zu befassen, und dem Gesamtgeschehen. Also keineswegs zu trocken, wie der Redakteur vermutete.

Anne Seidler studiert Geografie im sechsten Semester. Ob sie später, angesichts der Liebe zu Arendsee, mal in die Region wechseln würde, wollte die AZ wissen. „Das kann ich nicht sagen. Ich möchte etwas mit Wissenschaftsjournalismus machen. Es wird sich zeigen, wo das möglich ist“, sagt die Studentin.

Dort, wo ihre Uroma einst ein Grundstück hatte und es ihrer Nachkommen vererbt hat, will sich Anne Seidler weiter umsehen. Es ist ihr erster längerer Aufenthalt in der Seestadt. Und das, was sie in zwei Tagen bisher gesehen hat, finde sie spannend. „Bamberg ist eine mittelgroße Stadt, eine Universitätsstadt. Arendsee dagegen wirkt sehr ländlich. Und dieser Unterschied ist einfach etwas Neues für mich“, sagt sie.

Zu den Frauen in der Arendseer Touristinfo hatte sie sofort einen guten Kontakt. „Die sind alle so freundlich hier“, freut sich die Studentin und hat ein gutes Gefühl, sich für das Praktikum genau dort beworben zu haben.

Eine Arbeit über Arendsee zu recherchieren und das in vier Wochen, bedeutet auch, dass sie viele Verantwortliche zum Thema kontaktieren muss. Und so wird sie in den kommenden Tagen im Rathaus sein, um unter anderem mit dem Bürgermeister zu sprechen. „Ich hoffe, man hat auch dort ein offenes Ohr für mein Anliegen“, hofft sie und geht im gleichen Atemzug davon aus.

Ein Bayer war einmal auf Rügen, nun ist eine Bayerin in Arendsee. Vielleicht auch eine ähnliche Geschichte.

Von Harry Güssefeld

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