Bauwillige brauchen weiterhin langen Atem / Tankstelle kann erweitern

Bald Wohnbebauung am Wendlandweg?

Der Wendlandweg zwischen Innenstadt und Seehang: Grundstücksbesitzer wollen bauen, doch sie dürfen nicht. Weil die planungsrechtlichen Voraussetzungen fehlen.

Arendsee. Der Stadtrat ist mehrheitlich dafür, dass in Arendsee am Wendlandweg Wohnbebauung möglich sein soll. Das wurde am Dienstag im Bauausschuss deutlich. Doch wie und wann ist unklar und erhitzt die Gemüter bauwilliger Anlieger.

Hintergrund: Es fehlt an bauleitplanerischen Festlegungen. Zwar hat Arendsee seit Anfang der 90er-Jahre einen genehmigten Flächennutzungsplan, aber entlang des Wendlandwegs sind in diesem keine Bauflächen dargestellt, sondern Grünflächen und Gartenland. Ein Bebauungsplan besteht deshalb für dieses Gebiet auch nicht. Ein städtebauliches Entwicklungskonzept könnte Abhilfe schaffen. So Vilja Diana Hanke, die als Grundeigentümerin dort selbst gern ein Wohnhaus errichten wollen würde (wir berichteten), im Ergebnis einer Unterredung ihres Planers mit dem Bauordnungsamt des Landkreises. Ein solches Konzept würde die überfällige Überarbeitung des Flächennutzungsplans vorwegnehmen. Soweit so gut, doch sei dies nicht von heute auf morgen machbar und koste zudem Geld, hieß es.

Auch Alfred Landsberg kann ein Lied davon singen, dass die fehlende Überarbeitung der Bauleitplanung in Arendsee Bauherren unnötig Zeit und Geld kostet. Seit Jahren will er seine Tankstelle erweitern, plant unter anderem einen Servicebereich und weitere Lkw-Stellplätze. Sein Problem: Im derzeit gültigen Flächennutzungsplan sind die Grundstücke um seine Tankstelle als Wohnbauflächen dargestellt. Das verhindert damit die Erweiterung seines Betriebes.

Nun soll er aber loslegen können, dafür gab der Bauausschuss am Dienstag grünes Licht. Neben dem von Landsberg schon verfassten vorhabenbezogenen Bebauungsplan soll nun auch Arendsees Flächennutzungsplan für sein Vorhaben geändert werden. Nun will Landsberg einen Bauantrag stellen und einen vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragen, erklärte er der AZ.

Die derzeitigen Zuständesind besonders einem Stadtrat seit Langem ein Dorn im Auge: dem Wirtschaftsausschussvorsitzenden Jens Reichardt. Er wird nicht müde, seit Jahren einen neuen Flächennutzungsplan für die Einheitsgemeinde zu fordern. Damit Bauwillige und Investoren ihre Vorhaben schnell und ohne zusätzliche Kosten umsetzen können.

Im nächsten Jahr, so Bürgermeister Norman Klebe, sollen nun endlich im Haushalt die notwendigen Mittel dafür bereitgestellt werden. Mehrere 100 000 Euro würden dafür fällig, erklärte Klebe. So kann heute schon gesagt werden, dass es sich dabei um einen Prozess handelt, der einige Jahre dauern kann. Bauwillige brauchen indes weiterhin einen langen Atem.

Von Harry Güssefeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel