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Bahnübergang in Fleetmark: Diskussion um einen Brückenbau setzt sich fort

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Von: Jens Heymann

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Andreas Hartwig (stehend), der zuständige Projektleiter für den Ausbau der Bahnstrecke Stendal-Uelzen, erläuterte den Arendseer Stadträten am Dienstag in Kaulitz den Stand der Dinge.
Andreas Hartwig (stehend), der zuständige Projektleiter für den Ausbau der Bahnstrecke Stendal-Uelzen, erläuterte den Arendseer Stadträten am Dienstag in Kaulitz den Stand der Dinge. © Heymann, Jens

„Was hat sie, was ich nicht habe?“ – Stadtrat Jens Reichardt (Fraktion Arendsee-Land / Freie Liste) hat diesen alten Werbespruch am Dienstag während des Stadtrates in Kaulitz auf die Problematik Bahnübergang Fleetmark umformuliert. Denn er fragte den anwesenden Projektleiter für den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Stendal-Uelzen, Andreas Hartwig: „Was haben Pretzier und Brunau-Packebusch, was Fleetmark nicht hat?“

Fleetmark / Kaulitz – Im Gegensatz zum Arendseer Ortsteil sollen die anderen Dörfer eine Brücke über die Schienen erhalten. Im Pretzierer Fall mit der B 190 sicherlich aufgrund des größeren Verkehrs nachvollziehbar. Für Brunau-Packebusch, wo wie in Fleetmark eine Landesstraße die Gleise kreuzt, sieht Jens Reichardt die Antwort vor allem darin, dass die Einheitsgemeinde Kalbe „dafür gekämpft hat“.

Weiterkämpfen wolle der Stadtrat aus Sanne daher für Fleetmark. Es sei für den Ort eine wichtige Sache, erklärte Reichardt der AZ im Nachgang der Stadtratsversammlung. Vor allem perspektivisch mit Blick auf den Brandschutz, Gewerbe, Schülerverkehr und Rettungswesen. Wie eine Mauer würde eine ausgebaute und voll ausgelastete Bahnlinie das Arendseer Gemeindegebiet in ein paar Jahren durchschneiden.

Obwohl die Präsentation von Andreas Hartwig nichts grundsätzlich Neues ergeben hat, machte er mehr oder weniger klar deutlich: Die Entscheidung für einen niveaufreien Übergang in Fleetmark, also eine Brücke (oder Tunnel) liege bei Bund (als Geldgeber des Bahnausbaus), Land (als Verantwortlicher für die Straße) und Kreis (in Bezug auf Hilfsfristen für das Rettungswesen). Land und Kreis hatten bereits in der Vergangenheit entschieden, dass aus Verkehrs- bzw. Rettungssicht keine Notwendigkeit besteht, den Bahnübergang in Fleetmark aufzulösen. Dort lägen also mögliche Ansatzpunkte, schlussfolgerte Jens Reichardt im späteren Gespräch mit der AZ.

Der Stadtrat hatte in Kaulitz noch mehr gefragt: Was denn sei, wenn es noch mehr als die prognostizierten 240 bis 250 Züge pro Tag werden? Das Ende der Fahnenstange sei auf der Schiene noch längst nicht erreicht. Hartwig dazu: Die Prognosen gingen nur bis 2030. Und irgendwann sei die Kapazität von zwei Gleisen ausgeschöpft.

Fleetmark sollte in der Vergangenheit doch einen niveaufreien Übergang erhalten, hakte Reichardt nach. Das sei auch richtig, so Hartwig. Denn ursprünglich sollten Zuggeschwindigkeiten von deutlich mehr als 160 km/h realisiert werden. Dann wären klassische Bahnübergänge nicht mehr gefahrlos zu überqueren. Doch diese Pläne seien schon längst zurückgefahren worden.

Stadtratschef Frank Rossau (Arendsee-Land / Freie Liste) fragte am Ende stellvertretend für alle: Was könne denn Arendsee nun tun? Andreas Hartwig: Die Bahn sei da erst einmal raus; dafür beispielsweise das Land als Eigentümer der Straße am Zug. Arendsee könnte auch ein sogenanntes einseitiges Verlangen aussprechen, müsste bei Bewilligung dann wohl aber die Kosten einer Brücke oder eines Tunnels selbst tragen. Das dürfte angesichts der Finanzen der Einheitsgemeinde utopisch sein.

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