Ausbaus der Amerika-Linie wird forciert / Lärmschutz versprochen

Bahnübergänge bleiben: Aber wirklich alle?

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Projektleiter Andreas Hartwig von der Deutschen Bahn AG leitete die Infoveranstaltung in Fleetmark. Die Zuhörer erfuhren, dass ihnen ein Schallschutz entlang der Bahnstrecke versprochen worden ist. Auch über die Bahnübergänge wurde diskutiert.

Fleetmark. Die Ankündigung der Bahn, die Strecke Stendal-Uelzen komplett zweigleisig auszubauen, hatte bereits vor Jahren für Aufregung bei Anwohnern gesorgt. Die Bahn macht nun ernst – und will auf zehn Veranstaltungen entlang der Strecke für Informationen sorgen.

Am Donnerstag machten die Fachleute um Andreas Hartwig in Fleetmark Station. Zehn Einwohner waren erschienen, um sich darüber zu informieren, was sie in Zukunft erwartet. Zweigleisig – das ist die Bahnlinie im Bereich Fleetmark schon lange. Doch wenn sie durchgängig befahrbar ist, werden statt 80 Züge am Tag bis zu 160 Züge rollen.

Und weil das Bundesschienenwege-Ausbau-Gesetz eine Fußnote enthält, in der der Lärmschutz eine gewisse Priorität erlangt, könnten die Fleetmarker erst einmal aufatmen. Gab es doch bislang kein grünes Licht für derartige Anlagen. Aber: Einen Rechtsanspruch gibt es immer noch nicht, betonte Hartwig im Café Holz, das sich auf rund 50 Zuhörer vorbereitet hatte.

Es wird nun ein Lärmschutzgutachten angefertigt. Das aber berücksichtigt, dass Gewerbegebiete mehr Lärm ertragen müssen als reine Wohngebiete. Mischgebiete, wie in Fleetmark, liegen dazwischen. Und wenn dann Lärmschutz notwendig ist, gibt es viele Möglichkeiten. Lärmschutzwände sind eine davon, doch an Bahnübergängen können sie nicht aufgestellt werden. Dann, falls die Dezibelwerte überschritten werden, können passive Schallschutzmaßnahmen angewandt werden. So in Form von Schallschutzfenstern, Schallschutzlüftern oder Fassadendämmung. Wie das alles gestaltet wird, hängt von dem Gutachten ab. Die Absichtserklärung, Schallschutz zu installieren, sei festgeschrieben, so Hartwig. Er glaube fest daran, dass sich der Bund auch daran halten wird.

Was ist, wenn auf der Strecke ein Unfall passiert? Diese Frage interessierte Michael Wrana aus Kerkau. Für ihn sei wichtig, dass Rettungskräfte schnell an die Unfallstelle gelangen können. Parallele Wege, wie beispielsweise an ICE-Strecken, sind zumeist Fehlanzeige. Hinweis der Bahn: Es gebe eine Absprache mit Bürgermeistern an der Strecke, wie bei Katastrophenfällen vorgegangen würde. In Brunau sei das passiert. Doch Kerkau und Fleetmark konnten das nicht bestätigen.

Zur Zukunft der Bahnübergänge erklärte Hartwig, dass alle Bahnübergänge bestehen bleiben könnten, weil die Strecke für maximal 160 Stundenkilometer aufgestellt ist. „Es wird an den Straßenbaulastträgern liegen, ob wir an allen Übergängen festhalten“, so der Projektleiter. Die Bahn gehe auf die Träger zu, wolle wissen, was Sache ist.

Die Fleetmarker Runde am Donnerstag brachte wegen der Zusage eines Schallschutzes Neuigkeiten. Aber mit 160 Zügen zukünftig zu leben, das können sich die Anwohner noch gar nicht vorstellen. Wie lange die Schranken unten bleiben, liegt an der Technik dieser – wie sich die Sache in Pretzier im Zuge der B 190 auswirkt, kann noch niemand sagen. „Wenn Situationen entstehen, die nicht gemeistert werden können, müssen Lösungen her“, so Hartwig. Doch klar ist: Die Bahn hat Vorfahrt.

Von Harry Güssefeld

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