Bürgermeister mit klarer Ansage: Stadt will kein Unternehmen sein

Bahnstrecke: Arendsee hält sich zurück

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Ein Knackpunkt sind fehlende Schienen zwischen Harpe und Genzien.

Arendsee – In der Nachbargemeinde Seehausen ist das Thema Bahn in jüngster Zeit vielfach diskutiert worden, in Arendsee hingegen kaum. „Wir haben von denen auch ewig nichts mehr gehört“, sagt Arendsees Bürgermeister Norman Klebe.

Mit „denen“ meint er den Pächter der Bahnstrecke Salzwedel-Geestgottberg, die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE).

Klebe kenne zudem kein schlüssiges Konzept der Schienenfreunde. Mit Amtskollege Rüdiger Kloth aus Seehausen habe er gesprochen. Dieser hatte im Januar große Skepsis am Vorhaben der DRE geäußert, die Strecke wiederzubeleben.

Immer wieder gibt es Freischneideaktionen entlang der Bahnstrecke Salzwedel-Arendsee-Geestgottberg – wie am Harper Bahnhof. 

Gleichwohl seien die Türen nicht verschlossen, ergänzt Arendsees Gemeindechef. Aber, so betont er, komme es darauf an, dass die DRE eigenwirtschaftlich aktiv werde. „Dann sind wir die Letzten, die dagegen wären“, so Klebe. Seine Kommune, die ohnehin nicht im Geld schwimmt, sei jedenfalls kein Eisenbahnbetrieb. Alten Forderungen, etwa von kommunaler Seite die Bahnsteige zu reparieren, erteilt Klebe eine Absage: „Auf der Basis können wir nicht miteinander reden.“

Unterdessen zieht sich der erneute Rechtsstreit zwischen DRE und dem Land Sachsen-Anhalt hin. Letzteres wollte dem Unternehmen Zwangsgelder aufdrücken, damit es seinen Verpflichtungen, die Strecke zu ertüchtigen – oder eben aufzugeben – nachkomme. Wie Pressesprecher Peter Mennicke aus dem Verkehrsministerium der Altmark-Zeitung mitteilte, warte die Behörde nun auf einen Termin zur mündlichen Verhandlung.

VON JENS HEYMANN

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