Immobilie wird am 9. Dezember aufgerufen / Mindestgebot 48 000 Euro

Bahnhof Arendsee wieder zu haben

Der Bahnhof in Arendsee wird wieder versteigert. 2013 hatte ihn ein Berliner gekauft, der ihn aus persönlichen Gründen wieder abgeben muss. Als Mindestgebot werden 48 000 Euro verlangt. Die Auktion findet in Berlin statt. Foto: privat
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Der Bahnhof in Arendsee wird wieder versteigert. 2013 hatte ihn ein Berliner gekauft, der ihn aus persönlichen Gründen wieder abgeben muss. Als Mindestgebot werden 48 000 Euro verlangt. Die Auktion findet in Berlin statt.

Arendsee. Der Bahnhof in Arendsee ist wieder zu haben. Entsprechend einer Ankündigung des Auktionshauses Karhausen in Berlin wird die Immobilie samt Grundstück am 9. Dezember aufgerufen.

Erstmals wurde das Haus 2013 versteigert. Lenard Steur aus Berlin hatte das Haus damals erworben. 

Und darum rankte sich auch eine Geschichte. Der Berliner glaubte, einen Bahnhof in der Nähe des Wohnortes seiner Oma zu ersteigern, in Kläden bei Stendal. Er bekam den Zuschlag und erkannte schnell, dass es Arendsee war, rund 40 Kilometer entfernt vom Wohnort der Oma. Lenard Steur behielt den Bahnhof und baute ihn aus. Auktionator Matthias Knake bescheinigt dem bisherigen Eigentümer, „viel investiert zu haben“. „Der Bahnhof ist ein echtes Schmuckstück, überwiegend saniert und voll vermietet“, heißt es weiter. Neben zwei Wohnungen ist auch eine Arztpraxis in den Bahnhof eingezogen. Wie sie der AZ erklärte, will auch Dr. Bettina R. Schmitt nach einem Eigentumswechsel im Bahnhof bleiben.

Das Bahnhofsgebäude verfügt über eine Wohnnutzfläche von insgesamt rund 470 Quadratmetern, das Grundstück ist 2322 Quadratmeter groß. Aktuell wird eine Jahresmiete von rund 16 700 Euro erzielt, heißt es in dem Exposee. Das Mindestgebot für das Objekt liegt bei 48 000 Euro, zuzüglich einer Courtage.

Es sei ein Schnäppchen, versucht der Auktionator die Interessenten zu überzeugen. Bei einem Erwerb zum Mindestgebot würde eine Rendite von über 30 Prozent erzielt werden. Da die Bahnlinie seit Jahren nicht genutzt wird und daran sich auch in Zukunft trotz immer wieder aufflammender Bemühungen der Deutschen Regionaleisenbahn kaum etwas ändern würde, wirbt der Auktionator mit der Tatsache, „dass keine störenden Immissionen durch einen Bahnverkehr zu erwarten sind. Fakt ist aber, dass bis zu einer generellen Streckenstilllegung der Zugang zu den Gleisen gewährleistet sein muss. Damit hatte aber Lenard Steur als (Noch)-Eigentümer nie ein Problem, wie er der AZ gegenüber jüngst erklärte.

Der Erhalt des Bahnhofsgebäudes liegt den Arendseern am Herzen. Nicht nur, weil es noch eine Bahnhofstraße gibt. Das Gelände Bahnhof / Busbahnhof war einst als Schnittstelle saniert worden. Der Busbahnhof ist nur rund 50 Meter entfernt. Ein Umsteigen zwischen Bahn und Bus gibt es aber nicht.

Nach der Wende gab es lange Zeit eine Gaststätte im Bahnhof. „Gleis 1“ hieß sie. Aber es gibt sie nicht mehr.

Von Harry Güssefeld

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