1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Arendsee

AZ-Reporter begleitete drei Altmärker zum Polenmarkt

Erstellt:

Von: Detlef Güssefeld

Kommentare

Dieser Verkaufsstand gleicht einer Gartenschau. Polenmärkte haben einen gewissen Ruf.
Dieser Verkaufsstand gleicht einer Gartenschau. Polenmärkte haben einen gewissen Ruf. Für Altmärker ist der Besuch aufwendiger als für grenznahe Bewohner. © Freier Mitarbeiter

Es gibt sie noch, die Deutschen, die gern auf die Polenmärkte fahren, um das eine oder andere Schnäppchen zu machen. Die AZ begleitete jüngst die drei Altmärker Erwin, Astrid und Kerstin, die sich am frühen Morgen zu einer Tagesreise ins benachbarte Polen aufmachten.

Arendsee / Stettin – Man traf sich in Seehafen, dann ging es mit einem Auto los: Die Fahrerin hat die Strecke schon des Öfteren bewältigt. Sie führte über Wittenberge, Wittstock und weiter durch Mecklenburg-Vorpommern in Richtung Stettin. In Woldegk an einer Tankstelle gab es Frühstück – eine Bockwurst und starken Kaffee.

Noch eine Stunde, dann hatte die Gruppe es geschafft. Ziel war ein Supermarkt am Rande Stettins. Der Parkplatz war kein Problem, aber es gibt diese Zeitgenossen im Nachbarland, denen die Verkehrsregeln nicht einfallen. Vorsichtig solle man sein, hieß es. Es ging alles gut.

Das Center ist modern und groß, das Angebot gut, und beim Preisvergleich fiel auf, dass beispielsweise Gemüse weitaus günstiger zu haben ist als im Land der Dichter und Denker.

Und so wanderten Chili, Zwiebeln, Äpfel und Hochprozentiges in den Korb. Zigaretten sollten noch mit, aber die wollte man auf dem eigentlichen Polenmarkt kaufen. Und so ging es einige Kilometer wieder zurück in Richtung Grenze. Zum Markt mit seinen langen, dunklen Gängen und den freundlich aufdringlichen Händlern.

Ach ja, Käse sollte ja noch mit. Das Angebot ist großartig. Dunkelgelber Käse, alles kann probiert werden. Und so wandern gut zwei Kilo in die Tüte. Bei den Zigaretten ist die Spannbreite groß. Namenlose oder weniger bekannte Marken bekommt man schon für 28 Euro die Stange; die Marke mit dem großen M kostet 39,50 Euro. 800 Zigaretten pro Person sind erlaubt. Wer raucht, ist im Paradies. Man kennt ja die Preise in Deutschland. Übrigens: Die Zigaretten tragen alle Steuermarken.

Durst bekommt man auch, da ist es besser, man nimmt eine Wasserflasche im Rucksack mit. Denn mittlerweile haben die Imbissbetriebe in Polen auch mitbekommen, dass man mit Wasser und Bier gutes Geld machen kann. Der Tipp, einen Markt weiterzufahren und dort Mittag zu essen, wurde gern angenommen.

Ja, schmackhaft und ausreichend sind die Portionen, der Preis des polnischen Bieres zum Essen ist moderat. Ach ja, Kaffee soll noch mit. Markenkaffee zu 3,30 Euro pro 500 Gramm. Zehn Kilo darf jede Person ausführen. Der Gedanke, dass Kaffee in Deutschland vielleicht bald mal wieder als Geschenk unterm Weihnachtsbaum Anerkennung findet, lässt die Überlegungen reifen. Die Frage, ob sich so eine weite Tour rechnet, stellt sich nicht. Keiner im Auto rechnet nach. Aber alle stellen fest, dass es Spaß gemacht hat. Einmal Polen hin und zurück. Und wer aufpasst und mit einem halben Tank voll in Deutschland startet und in Polen tankt, kann auch noch so manchen Euro sparen.

Schnell stellen die Reisenden an diesem Tag fest, dass Bewohner des Grenzgebietes, die jeden Tag die Möglichkeit zu einer Fahrt nach Polen haben, denen gegenüber im Vorteil sind, die mitten in Deutschland wohnen und diese Möglichkeit nicht so regelmäßig nutzen können.

Die nächste Reise ist schon geplant. Erwin, Astrid, Kerstin und der AZ-Redakteur werden wieder aufbrechen. Zu einer Fahrt in den Sonnenaufgang mit dem Ziel Polen. Einmal hin und zurück.

Das macht müde, aber auch zufrieden. Denn so viele Schnäppchen kann man derzeit in der Heimat nicht mehr machen.

Auch interessant

Kommentare