Meinungen gehen „kreuz-querbeet“

Aus Arendsees Orten kommen unterschiedliche Signale zu einer Solarpark-Richtlinie

Solarpanele bei Arendsee.
+
Photovoltaik-Freiflächenanlagen wie diese bei Arendsee sind derzeit eine stark nachgefragte Investitionsform. Aber während einige Ortschaften solche Projekte gutheißen, sprechen sich andere dagegen aus.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
    schließen

Ob es für die Einheitsgemeinde Arendsee eine Richtlinie mit Einschränkungen für den Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen geben wird, scheint derzeit recht ungewiss. In diese Richtung lassen sich jedenfalls Aussagen von Bürgermeister Norman Klebe interpretieren.

Arendsee – Der Stadtchef erklärte am Dienstagabend im Rathaus vor dem versammelten Bauausschuss, dass es unter den Ortsbürgermeistern keine einheitliche Meinung zu dem Thema gebe. „Kreuz-querbeet“, nannte es Klebe. Immerhin: Der Trend gehe wohl zu einer Betrachtung von Fall zu Fall, was neue Solarparks in der Einheitsgemeinde anbelangt.

Photovoltaik – die Realität scheint Arendsee diesbezüglich regelrecht zu überrollen. Immer wieder gebe es Anfragen in der Verwaltung, hatte auch Bauamtsleiterin Monika Günther bereits vor Wochen dem Gremium erklärt. Und während die eine Ortschaft entsprechenden Bauvorhaben positiv gegenübersteht, lehnen andere kategorisch jedwede Initiative ab. Diese Meinungsvielfalt war schon beim vorangegangenen Bauausschuss Anfang Juni zu spüren gewesen. Damals versuchte Bürgermeister Klebe erst gar nicht, eine gemeinsame Linie mit den anwesenden Stadträten zu erreichen.

Wie schaut es in den Orten aus? Bekannt ist beispielsweise, dass Neulingen ein Solarpark-Projekt in der eigenen Gemarkung begrüßt. Ortsbürgermeister Axel Tiemann verwies wiederholt auf die Notwendigkeit, Geld in die Region zu holen, damit diese eine Zukunft habe. Dafür sollen mit der sogenannten Agrivoltaik technisch neue Wege gegangen werden – die weitestgehend parallele Nutzung von Boden und Solar.

Auch die Ortschaft Vissum hat sich nicht gegen ein Vorhaben in Schernikau gestellt. Dort will mit Burkhard Thiede ein regionaler Landwirt einen Solarpark bauen. Thiede rechnete dem Bauausschuss seinerzeit vor: Würden im Gesamten nur 400 Hektar Land genommen, wären dies in 30 Jahren Einnahmen von rund zwölf Millionen Euro.

Photovoltaik auf Ackerflächen hat aber auch ihre Gegner: Der Fleetmarker Rat entschied sich gegen ein Vorhaben in Lüge. Dort hatte es teils massive Anwohnerproteste gegeben. Der Rat wiederum befürwortet grundlegende Festlegungen, wie im Protokoll vermerkt wurde.

Ein klares Nein kommt außerdem aus Sanne-Kerkuhn. Mit der Ergänzung, dass der Arendseer Stadtrat bei seiner Entscheidung das Votum des jeweiligen Ortschaftsrates würdigen sollte.

In der kommenden Woche ist übrigens Rademin an der Reihe. Auch dort will ein Investor bauen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare