„Tag des Waldes“ gestern bei Ziemendorf / 550 Edelkastanien und Douglasien gepflanzt

Aufs Klima einstellen und auch Mut machen

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550 Douglasien und Edelkastanien wurden gepflanzt – Bäume, die sich in Zukunft der Klimaveränderung besser anpassen können. Die Pflanzaktion soll auch Waldbesitzern Mut machen.

swz Ziemendorf. Zum „Tag des Waldes“ hatte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gemeinsam mit der Regionalen Arbeitsgruppe PEFC Sachsen-Anhalt zu einer Pflanzaktion nach Ziemendorf eingeladen.

Robert Klose, Geschäftsführer der SDW in Sachsen-Anhalt, erklärte: „Mit der Pflanzaktion stellen wir die Weichen für einen zukunftsfähigen Wald. Der Waldbau muss sich auf eine Zunahme von Extremereignissen wie Stürme im Herbst einstellen“.

Kita-Kinder aus Groß Garz und Grundschüler aus Arendsee waren gestern beim Tag des Waldes mit dabei.

Landtagsabgeordneter Carsten Borchert, der auch stellvertretender Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft ist, betonte die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche mit einzubeziehen, um Natur zu erleben. Nach einem Programm, das die Kinder der „Waldfuchs“-Kita Schwalbennest Groß Garz mit Kindern der Arendseer Grundschule gestalteten, ging es an das Pflanzen der insgesamt 550 Douglasien und Edelkastanien. Arendsees Forstamtsleiterin Katja Döge betonte, dass „die bei uns noch weitgehend unbekannte Edelkastanie eine immer größere Rolle spielen“ wird. In ihrem Forstamtsbereich wurden bereits über 4000 Bäumchen angepflanzt. Diese Kastanien sind besonders im Süden Deutschlands als Maronen und Esskastanien eine regionale Delikatesse zum Kochen und Backen. „Man kann sogar daraus Maronen-Bier herstellen, das man dann als Spezialität in unserer Altmark vermarkten könnte“, betonte die Forstamtsleiterin.

Nachdem die Bäume in der Erde waren, lud das Forstamt zu einer Besichtigung der Sturmschäden rings um Ziemendorf ein. Über 100 000 Festmeter Holz waren zu Schaden gekommen. Derzeit hat das Forstamt drei Harvester-Holzvollerntemaschinen im Einsatz. Wie die Forstfachleute betonten, sei dies sehr wichtig, da bei trockenem Sommerwetter eine Ausbreitung von Holzschädlingen, insbesondere des Kiefernprachtkäfers, befürchtet wird. Mit einem Beginn der Neuanpflanzung rechnen die Forstfachleute nicht vor 2019. Dann würden neben Kiefer auch andere Bäume wie die Douglasie und die Edelkastanie eine größere Rolle spielen.

„Wir wollen mit dem ,Tag des Waldes’ den Waldbesitzern Mut machen, ihre Flächen auch wieder aufzuforsten und den Wald zu bewirtschaften“, hieß es gestern.

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