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Aufgelöster Arendseer Tourismusverein kommt immer wieder zur Sprache

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Von: Jens Heymann

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Werbeschild an der B 190 in Kläden
Über die großen Werbeschilder (wie in Kläden an der B 190) wird ab und an kritisch diskutiert. © Heymann, Jens

Über die vermeintlich schlechte Außenwirkung des Begriffes Wracktauchen ist in der Arendseer Politik einige Male diskutiert worden. Und als die Sprache dann auf die großen Werbeschilder in Kläden und Leppin kam, ist früher oder später mit dem Finger auf den Arendseer Tourismusverein gezeigt worden.

Arendsee – Was den Diskutierenden vielleicht nicht bewusst war: Die Finger zeigten ins Leere, denn den Verein gibt es nicht mehr. Nach rund 30 Jahren aufgelöst, bestätigte der langjährige Vorsitzende Gebhard Wolf gegenüber der AZ.

Dass der Klädener zuletzt ein unterkühltes Verhältnis zur Stadt pflegte, wird im Gespräch schnell klar. Der Tourismusverein sei von der Politik nicht mehr gewollt worden, heißt es da gleich am Anfang zu den Gründen der Auflösung. Bis zu 90 Mitglieder hatte die Vereinigung in Spitzenzeiten, darunter auch Arendsee und die Dörfer, solange sie noch selbstständig waren.

Vor ein paar Jahren kam es dann zum Zerwürfnis mit der Einheitsgemeinde. Die kehrte dem Tourismusverein den Rücken zu – zu wenige Aktivitäten und Mitgliedsversammlungen nur auf Nachdruck sind zwei Punkte, die Arendsees Bürgermeister Norman Klebe damals und auch heute wieder als Gründe aufführt. Mit der Luftkurort-GmbH gibt es ohnehin eine stadteigene Tourismusinstitution, die etwa die Werbung im Internet vom Verein übernommen hat. Die Stadt beendete damals ihre Mitgliedschaft übrigens in mehreren ehrenamtlichen Vereinigungen.

Auch ohne Tourismusverein bleibt dessen Wirken sichtbar. So etwa das vor der Schrottpresse gerettete Ausflugsschiff „Seeadler“ und die mit der Stadt zusammen verwirklichte Gustav-Nagel-Gruppe an der Friedensstraße. Die eingangs erwähnten Werbeschilder in Kläden und Leppin sind laut Gebhard Wolf in private Hände verkauft worden. Das darauf beworbene Wracktauchen zu einem DDR-Patrouillenboot wurde 2006 ermöglicht.

Manchmal wird der ehemalige Verein jedoch in Zusammenhang mit Dingen genannt, für die er nicht verantwortlich ist. Das Labyrinth in Kläden basiert zwar auf einer Idee des Vereins (als Nachfolger der Maisirrgärten), wurde aber von der Ortschaft aufgegriffen und mit Leader-Mitteln realisiert.

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